Womanizer – Die Pomademanufaktur

Kontakt:
Womanizer Pomademanufaktur
Ansprechpartner: Carsten Sommer
eMail: info(at)womanizer-poma.de
im Internet: Womanizer-Pomade
bei Facebook: Womanizer-Pomade

Meine Pomade ist keine Anfängerpomade, sie ist schwer aus der Dose zu entnehmen, lässt sich dann aber cremig zwischen den Händen verreiben, gut ins Haar bringen und in Form kämmen, dann hält sie selbst Regen stand.

Womanizer – Die Pomademanufaktur

Womanizer - Die Pomademanufaktur
Pomade ist ein vielseitiges und umfangreiches Thema, es gibt ebenso viele Produkte wie auch Anleitungen zur Nutzung und dem »herauswaschen« von Pomade. DAX, Murray, Sweet Georgie Brown, Schmiere, Reuzel, Black & White, Bone Crusher, usw. sind nur ein paar Namen in dem großen Pool »Pomade«. Aber es gibt nur wenige deutsche Pomademanufakturen und noch weniger deutsche »Homebrew« Pomademanufakturen - nämlich nur eine einzige: Die Womanizer Pomademanufaktur!

Womanizer ist somit deutschlandweit die einzige Manufaktur, die offiziell zu Hause produzieren darf. Das bedeutet natürlich hohe Auflagen, viel Begeisterung, Durchhaltevermögen und eisernen Willen auf dem Wege dorthin und Produkte, welche qualitativ für sich selber sprechen. Womanizer hat zwei Produktlinien, einmal die »Womanizer Pomade« für den Mann, mit sechs verschiedenen harten Pomaden und die »Vamp Pomade«, mit drei verschiedenen harten Pomaden und immer wieder einmal limitierte Sondereditionen wie zuletzt die »HELL-o-WEEN« oder die »Womanizer X-MAS«. Es lohnt sich also, die Facebookseite von »Womanizer« zu liken und so auf dem Laufenden zu bleiben.

Wir haben Carsten Sommer, dem Betreiber der »Womanizer Pomademanufaktur«, zu dem Werdegang von »Womanizer«, zu Pomade allgemein und zu seinen Produkten ein paar Fragen gestellt.

Womanizer – Die Pomademanufaktur

Interview

rockin and rollin: Moin Carsten, magst du dich und Womanizer einmal kurz vorstellen?

Carsten Sommer: Moin Chris, also ich bin der Carsten. 🙂 Zarte 47 Jahre jung, verheiratet, Vater zweier Kinder und mittlerweile seit knappen 35 Jahren in der R´n`R Szene unterwegs und Inhaber der Womanizer-Pomade.
Die Womanizer/Vamp-Pomade ist eine handgemachte und die einzige legale Homebrew-Pomade in Deutschland.
Ich bin eine kleine 1 Mann Pomademanufaktur, die aus Spaß an der Freud und aus reinem Eigennutz entstanden ist.
Denn ursprünglich war diese Pomade einmal nur für meine Belange gedacht und dann kam doch alles anders, nachdem ich 1,5 Jahre an einem Rezept arbeitete, welches meine Haare bändigen kann und den Anforderungen meiner Nase standhält.

rockin and rollin: Wie kommt man eigentlich auf die Idee, Pomade herzustellen?

Das ist die gleiche Frage, als würdest du fragen, wie die Jungfrau zum Kinde kam 😉
Sämtliche Pomaden, deren Düfte mir behagen, sind leider zu weich für meine störrischen Locken. Die, die bei mir halten, sind jedoch nicht das, was meiner Nase behagt und als ich wieder eine wirklich gut duftende Pomade kaufte, feststellte, dass sie wieder einmal zu weich für meine Belange ist, hatte ich die Nase voll und begann Nägel mit Köpfen zu machen.

rockin and rollin: Gedanken zu einer Idee sind häufig nur Gedanken und lösen sich oft einfach nur in Luft auf. Was hat dich dazu bewogen nicht locker zu lassen, deiner Idee auch Realität einzuhauchen und Wirklichkeit werden zu lassen?

Carsten Sommer: Ich will jetzt nicht behaupten, dass ich mit einem Übermaß an Ehrgeiz gesegnet bin, aber wenn ich meine Klappe aufreiße, dann lass ich in der Regel auch Taten folgen … auch wenn diese nicht immer sofort eintreffen.
Ich wollte halt eine Pomade für mich schaffen, die ich auch vom Geruch her immer wieder tragen möchte und die meinen Haaren Herr wird. Auch wenn ich ab und an am liebsten alles an die Wand geschmissen hätte, weil ein Reinfall nach dem anderen folgte und ich dennoch das Gefühl hatte, immer ganz kurz vor dem Ziel zu seien.
Als mir ein Freund die Augen öffnete und sagte, dass ich mich einfach mal wieder auf das Wesentliche besinnen sollte, klappte es dann auch.
Das, was dann entstand, füllte ich ab und gab es einigen Freunden zur Hand. Ein befreundeter Musiker berichtete über die Pomade bei Facebook, inkl. Kritik, die ich beim nächsten Mal umsetzte … denn das war der Moment in dem aus einer Pomade für mich, eine für alle werden sollte.

rockin and rollin: Deutschland ist ja DAS Land der DIN und Vorschriften, welche bürokratischen Hürden musstest du bewältigen um deine Pomade so wie du es dir vorgestellt hattest umsetzen zu können?

Carsten Sommer: Zu dem Zeitpunkt, als ich mit dem Probekochen begann, gab es für die Pomade so noch keine Artikel in der europäischen Kosmetikverordnung.
Bis man mich darauf ansprach und mir mitteilte, was ich da alles erfüllen muss, aber da war die Kugel schon im Rollen und ich hatte auch gar keine Lust mehr zu bremsen.
Es müssen Sicherheitsbewertungen, so wie auch dermatologische Tests gemacht werden. Bei Letzterem kam es mir darauf an, dass KEINE Tiere für die menschliche Arroganz herhalten müssen.
Da ich nur eine kleine Manufaktur bin und keine industrielle Firma, habe ich mich direkt ans Ordnungsamt gewandt und gefragt, was ich machen kann, um die Vorschriften einzuhalten, auch wenn meine Räumlichkeiten relativ klein sind. So müssen die Örtlichkeiten hergeben, dass ich das fertige Produkt, getrennt von der Produktion und den Zutaten aufbewahren kann. Auch müssen Laborbedingungen herrschen.
Also setzt man sich hin und macht alles, was das Amt von einem wünscht.

rockin and rollin: Was muss man für ein Mensch sein, eineinhalb Jahre lang durchzuhalten, auszuprobieren, Berge an Problemen zu bewältigen und dabei noch der deutschen Bürokratie zu strotzen, um dann sagen zu können, ich habe es geschafft, ich habe meine eigene Pomade produziert?

Carsten Sommer: In erster Linie musst du ein verdammt dickes Fell haben, eine Engelsgeduld und keinerlei Zeitdruck haben. Wichtig … immer das Ziel vor Augen haben.

rockin and rollin: Fehlt es aus deiner Sicht an mehr Leuten in der Szene, die sich auch trauen, ihren Träumen Wirklichkeit einzuhauchen?

Carsten Sommer: Es gibt eine Menge Leute mit guten Ideen und das nicht nur in unserer Szene. Wenn man es wie ich, als bezahltes Hobby anfängt und sich Stück für Stück vorarbeitet, kann alles was werden, nur müssen diese Leute ihren Hintern selbst hochbekommen.

rockin and rollin: Wie kann man sich, in groben Schritten, den Produktionsgang einer Pomade von der Idee bis zum fertigen Produkt vorstellen?

Carsten Sommer: Was soll die Pomade können?
+ glänzen?
+ festen Halt haben?
+ klebrig sein?
+ matt sein?
Das sind die Kriterien, die ich brauche um handeln zu können. Duft und Farbe sind da eher zweitrangig. Denn du wirst z.B. feststellen, dass eine glänzende Pomade eher wenig halt hat und eine harte Pomade, eher einen matten Teint. Das liegt dann an der Auswahl der Zutaten.

rockin and rollin: Stellst du nur deine eigene Pomade her oder stellst du auch Pomade für andere Anbieter bzw. Sondereditionen für besondere Anlässe her?

Carsten Sommer: Ich stelle in der Regel für meine eigenen Labels her, doch auf Anfrage sind auch schon einige umgelabelt in den Handel gegangen. Diese sind dann aber Pomaden aus der regulären Linie, haben nur ein anderes Label.
Sondereditionen wollen gut überlegt sein, denn diese kosten im Vorfeld Geld für die Sicherheitsbewertung und die dermatologischen Tests. Das Geld soll dann zumindest wieder rein kommen. Deshalb gehe ich mit Sondereditionen eher vorsichtig um.

rockin and rollin: Kannst du uns verraten, was solch eine Sonderumsetzung bei welchem Umfang an Pomade für den Auftraggeber kostet und bei welcher Mindestabnahmemenge? Nur mal so ein Beispiel!

Carsten Sommer: Sollte jemand eine Sonderedition haben wollen und diese für seine Belange veräußern, so muss der Auftraggeber 1. Geduld haben 2. Die dermatologischen Tests zahlen 3. Die Sicherheitsbewertung zahlen und 4. Darf dieses Rezept nur bei mir verweilen und er bestellt ausschließlich über mich. Somit ist es eine lebenslange Abnahmemenge 🙂

rockin and rollin: Was ist für dich die NON-PLUS-ULTRA Pomade, die du unbedingt einmal herstellen möchtest?

Carsten Sommer: Das habe ich schon! Das ist die »Womanizer Devils Garden« und die »Womanizer Green Sailor«. 😉

rockin and rollin: Pomade für den Mann und Pomade für die Frau. Wo liegt, außer vielleicht der Duft der Pomade, eigentlich der Unterschied?

Carsten Sommer: Da Damen eher ungern wie eine Speckschwarte glänzen möchten, nutzen viele eher die matten Pomaden und somit sind sie bei mir richtig. Denn die Womanizer ist an sich eine feste und matte Pomade. Daher kam mir die Idee, diese dufttechnisch für die Damenwelt attraktiv zu machen und nannte sie, als Pendant zur Womanizer, Vamp.

rockin and rollin: Warum Pomade, anstatt Haargel oder Haarspray? Ist das eine reine Einstellungssache oder gibt es da schon Unterschiede? Und wenn ja, welche?

Carsten Sommer: Bist du schon mal bei Regen mit einer Haarspraytolle draußen gewesen?
In den 80ern und Anfang der 90er gab es nicht wirklich Pomaden, die meine Haare bändigen konnten, also nahm man Haarspray und lies Brian Setzer wie einen Waisenknaben aussehen 😉
Gel dauerte zu lange, bis es steif wurde, und reagierte bei Regen ebenso kontraproduktiv wie Haarspray. Dazumal gehört Pomade für mich zu einem Lebensgefühl, welches bis zurück in die 30er geht. Sie ist für mich ein Utensil, welches nicht altert, oder aus der Mode kommt. Der damalig erhältliche Pomadestick von „Portugal“ war bis dato für mich zu schwer zu händeln. In der Mitte der 90er kam man dann auch leichter an die mineralölhaltigen Pomaden wie DAX, oder Murrays, die schon ziemlich ordentlich waren, aber für mich immer noch zu schwach.

rockin and rollin: Wasserbassiert oder traditionell, ein Thema, an dem sich die Geister splitten. Wo liegt der große Unterschied und geht beides in Symbiose miteinander oder nur eines zurzeit? Worauf sollte man auf jeden Fall achten?

Carsten Sommer: Wasserbasiert, Hybrid? Das sind für mich Sachen, die mit viel Chemie zu tun haben, die ich meinen Haaren nicht mehr antun möchte. Eine Hybride Pomade besteht sowohl aus Wasser/ Alkohol als auch aus Fett und Wachs. Um diese beiden Stoffe zu verbinden, bedarf es einer Menge an Emulgatoren. Dazumal ist eine wasserbasierende Pomade auch nichts anderes als Gel. Nur haben die Werbeexperten, dem Kind einen neuen Namen gegeben um neue Märkte zu erschließen. Beide genannten Stylingmittel bedürfen durch ihren Wasseranteil, Konservierungsstoffe, welche in einer traditionellen Pomade nicht vorhanden sein sollten. Der Alkohol in den Mixtouren greift das Haar und die Kopfhaut an. Er trocknet die Kopfhaut aus, was zu Schuppenbildung führt und macht das Haar spröde. Der Vorteil beider Produkte ist, dass diese mit einmal waschen entfernt sind.

rockin and rollin: Ich persönlich mag alle Richtungen von Pomade, differenziere, mache auch persönlichen das absolute »No-Go« und kombiniere verschiedene Pomaden anhand der Haltbarkeit und Geruchsnote, umso für mich die perfekte Mischung zu erreichen. Erste Pomade für den Halt und dann mit einer zweiten Pomade noch einmal drüber zwecks Geruch. Kann man einfach quer durch den Garten mischen, oder sollte man gewisse Richtlinien beachten?

Carsten Sommer: So wie du das handhabst, machen es viele … ja, auch ich.
Habe ich zwei gleichfeste Pomaden, deren Geruch ich kombiniert in die Haare bringen möchte, so mische ich diese schon beim Verreiben in den Händen.
Habe ich jedoch das Verlangen einen schönen Glanz ins Haar zu bekommen, so nutze ich eine feste Pomade für den Unterbau und eine weiche, ganz leichte Schicht, als Topping. Ich persönlich würde eine neutralduftende Pomade für den Unterbau nutzen, wenn die Topping Pomade der Duftträger werden soll. Viel schöner ist es jedoch, wenn eine Pomade all das vereint, was man sich für den Abend wünscht.

rockin and rollin: Wie sieht es mit Kundengedanken und Wünsche aus, nimmst du sie dir schon zu Herzen und versuchst diese, sofern möglich, in deinen neuen Kreationen zu verwirklichen?

Carsten Sommer: Selbstverständlich nehme ich mir gerade die Wünsche der Kunden zu Herzen. Nur ist es dank der oben genannten Bürokratie, nicht immer einfach. Es sind vermehrt Wünsche nach einer Medium oder Soften Pomade gekommen. Aber das sind wieder Kosten, die ich erst einmal rein bekommen muss, bevor ich auf diese Wünsche eingehen kann.
Bei meiner Damenlinie habe ich 30 Damen aus einem Facebookforum hinzugezogen. Denen habe ich Tester zukommen lassen, von Düften, die mir persönlich gefallen. Die Damen haben dann 3 Stimmen gehabt, die sie abgeben konnten und so sind die 3 Vampdüfte in Zusammenarbeit mit den Kundinnen entstanden.

rockin and rollin: Persönliche Resonanz! Es ist ja so, nur durch die gesunde Mischung an Lob und Kritik kann man wachsen und sich entwickeln. Wie sieht die Resonanz deiner Kunden aus und wie stark kannst du daraus ein Fazit und Konstruktivität für dich ziehen?

Carsten Sommer: Mir ist bewusst; dass ich es nicht allen recht machen kann. Jeder Mensch ist individuell und hat auch dementsprechende Vorstellungen und Anforderungen an sich und sein Umfeld. Dennoch nehme ich Kritik sehr ernst, denn nur so kann auch ich meine Fehler erkennen, oder werde auf etwas aufmerksam gemacht, was mir entgangen ist. Denn ich bin die einzige Instanz in der Manufaktur. Die Qualität ist die, die ich an das Produkt stelle. Die Inhaltstoffe sind die, die ich gerne in einer Pomade hätte. Wenn ein Fehler auftritt, bin ich alleine dafür verantwortlich. Also bin ich die Person, der ein Lob wie Öl runter geht. Die, die an Konstruktivität wächst und die, die sich Asche übers Haupt gießt, wenn ein Fehler auftritt.

rockin and rollin: Was macht aus deiner Sicht deine Pomade »besser« und »anders« als die Pomade anderer Hersteller?

Carsten Sommer: Ich möchte mich ungerne mit anderen Pomaden messen, auch wenn ich mein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen brauche, denn ich weiß, was mein Produkt kann. Es gibt viele gute Pomaden auf den Markt und jede hat ihre Berechtigung. Denn so unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich sind auch deren Geschmäcker und vor allem deren Haare. Der Eine braucht nur eine Pomade vom Halt einer Vaseline, der Andere benötigt am besten Teer oder purem Wachs.
Meine Pomade ist keine Anfängerpomade, sie ist schwer aus der Dose zu entnehmen, lässt sich dann aber cremig zwischen den Händen verreiben, gut ins Haar bringen und in Form kämmen, dann hält sie selbst Regen stand. Sehr auffällig sind die Düfte, die an die 80er Jahre Hubba Bubba Kirsch, Onemillion Parfum, Sculpture Parfum, Le Male Parfum, Jil Sander, Joop, oder Classique erinnern

rockin and rollin: Was sind deine Ziele und Pläne mit Womanizer-Pomade für 2017?

Carsten Sommer: Und was machen wir heute? Die Weltherrschaft der Pomade an uns reißen. 😉
Ich wünsche mir ein Jahr mit viel Spaß beim Herstellen meiner Pomade und vielen zufriedenen Nutzern dessen, was ursprünglich nur für mich gedacht war. 🙂

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