auf ein Bier mit Rhythm Torpedoes

Die »Rhythm Torpedoes« haben 2017 das Land richtig abgerockt und sorgten mit ihrem »Wild Rockabilly« Stil für totale Begeisterung. Nachdem ihr erstes Album »Hop In Da Rod« und ihre Single »Time To Roll« noch bei »Boom Chicka Boom Records« erschienen ist, haben die Jungs Ende letzten Jahres das Label gewechselt und ihr bald erscheinendes neues Album wird dann bei »Wild Records« erscheinen. Wir haben die »Rhythm Torpedoes« zu ihrer Anfängen, ihrem Wechsel zu »Wild Records« und ihr kommendes Album ein paar Fragen gestellt!

Arne Runzheimer

Rhythm Torpedoes:
Vocal - Arne Runzheimer,
Slap Bass - Jeremiah "Johnsen" Nickel,
Lead Guitar - Daniel Heberling,
Schlagzeug - Christoph Hochberger,
Rhythm Guitar - Jörg "Torpedo" Hoffmann,
Plattenfirma: Wild Records
Booking: Gerd.Booking(at)gmail.com
Weitere Infos:
- Facebook: Rhythm Torpedoes
- Webseite: Rhythm Torpedoes

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Michel Roos und Robin Preston

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Interview:

rockin and rollin: Ihr seit jetzt sechs Jahre als Band aktiv und habt besonders in den beiden letzten Jahren einen großen Hype nach »Wild Rockabilly« in Deutschland hervorgerufen. Aber bitte mal kurz eine kleine Vorstellung für alle, die die »Rhythm Torpedoes« bisher noch nicht kannten. Wer sind die »Rhythm Torpedoes« und wie ist euer musikalischer Hintergrund?

Arne: Fünf wilde Jungens aus dem Großraum Gießen, die es Rockabillytechnisch gerne richtig krachen lassen. Angefangen hat es 2011, als Chash – Coverband, ohne Drums. Nach diversen Besetzungswechseln kamen Anfang 2015 Marc Torpedo (Gitarre) und Christoph Hochberger (Drums) dazu. Ab da ging es dann richtig vorwärts. Die Chemie hat einfach gleich gestimmt.“

rockin and rollin: Ihr schreibt in eurer Bandvorstellung, dass ihr euch 2011 aus einer »Schnapslaune« heraus gegründet habt. Wie sah das im Detail aus?

Jörg: Arne hatte in seinem Rockabilly Laden zur Weihnachtsfeier eingeladen und nach ein paar Tässchen Glühwein holte er ein Waschbrett raus. Ich konnte schon 3 Griffe auf der Gitarre und da stand auch noch der Tim und sein Bass herum. So haben wir spontan mal 2 oder 3 Stücke von Johnny Cash improvisiert. Wir waren so geflasht, dass wir alle meinten – da geht mehr. Probetermin vereinbart und den „weltbekannten“ Namen erfunden…. Arne verbessere mich ruhig, wenn ich da was durcheinanderwerfe. Stichwort: `Glühwein`, ha ha.“

Arne: Stimmt.

rockin and rollin: Fünf Köpfe und fünf Geschichten. Wie seid ihr persönlich zum Rock’n’Roll gekommen?

Arne: Ich begann schon sehr früh, Interesse an US Cars zu haben. Mit 18 kaufte ich mir meinen ersten Pickup. Jörg und sein Sohn Torsten, nahmen mich damals mit auf ein Rockabilly US Car Festival. Dort hat mich die Szene dann gepackt und ich war dem Ganzen verfallen. Aber der Rock’n’Roll begleitete mich durch meine Eltern schon ein wenig in meinem Leben. Mein Opa besaß ein Tonstudio in Gießen. Meine Mutter war dadurch sehr eng mit der Musik verbunden und gab es mir auch mit auf den Weg. Jedoch begeisterte mich der Rock’n’Roll erst später so richtig.

Jörg: Ich höre mein ganzes bewusstes Leben schon Rock’n’Roll und seit den frühen 2000er Jahren verschob sich mein Geschmack in Richtung Wild Records. Mit 50 begann ich dann die Gitarre zu erlernen, weil mir nur zuzuhören zu langweilig wurde.

Daniel: Mit 15 hatte ich angefangen, Gitarrenunterricht zu nehmen. Als Punk wollte ich damals eigentlich nur ein paar Stunden nehmen, um anschließend Punkrock im Stil von »Exploited«, den »Sexpistols«, »Oxymoron« usw. spielen zu können. Aus ein paar Stunden wurden dann doch knapp 10 Jahre Unterricht. Durch den Einfluss meines Gitarrenlehrers fing ich an, neben Punk auch Jazz und Blues zu hören und zu spielen. Meine Vorliebe für das punkige blieb jedoch in all den Jahren bestehen und führte dazu, dass ich irgendwann einmal beim Psychobilly und darüber beim Rockabilly landete.

Christoph: Ich habe etliche Jahre in Punk – und Hardcorebands getrommelt und später mit Marc auch Covermucke gemacht. Vor den »Torpedoes«, hielt ich nur Oldies für Rock’n’Roll. Frühe Beatles, Elvis, Cash, Chuck Berry, Little Richard, alles, was wild war, hat mir gefallen. Erst die »Torpedoes« haben mir klar gemacht, was heutzutage im Rockabilly los ist. Arne`s Energie hat mich gleich voll mitgenommen. Und die Mucke ist einfach geil. Ich habe einen Riesenspaß bei dieser geilen Combo und höre mittlerweile viel Rockabilly!

Jeremia: Als ich acht Jahre alt war, hat mein Onkel Kontrabass in ner Rockabilly Band gespielt. Seitdem war ich immer sehr fasziniert von dieser Art Musik und diesem großen Stück Holz, auf dem man tatsächlich Musik machen kann. Zu meinem achten Geburtstag gab`s dann die erste »Best of Rockn Roll Music« Musikkassette, die hoch und runter lief. Mit 13 Jahren habe ich das Gitarrespielen angefangen und später in verschiedenen (Hard) Rock Bands gespielt – u.a. auch E Bass. Vor einigen Jahren habe ich mir dann endlich auch so ein großes Stück Holz gekauft und lebe nun seit September 2017 zusammen mit den »Torpedoes« die Faszination der Rock’n’Roll Musik und des Kontrabass Spielens voll aus.

rockin and rollin: Was sind eure persönlichen Favoriten und Inspirationen in puncto Musik? Und warum?

Arne: Mich persönlich begeisterten am meisten die Wild Records Bands. Es war einfach schon immer dreckiger im Sound als der Rest. Die Mucke schiebt einfach mehr für mich.

Jörg: Einzelne Interpreten herauszusuchen, ist mir ob der Menge kaum möglich. Pauschal die frühen Sun Sachen – hier speziell J.Cash und Elvis – und natürlich die Stray Cats.

Daniel: Musikalisch war ich immer sehr offen. Daher habe ich mich schon immer von Musikern aus allen Bereichen inspirieren lassen. In den letzten Jahren stammen meine Favoriten jedoch eindeutig aus dem Bereich des Psycho- und Rockabilly. Zu nennen sind hier insbesondere Bands wie die Nekromantix, Mad Sin, Demented Are Go, Kings Of Nuthin’ und die Peacocks. Unter den “Klassikern”, würde ich sagen, haben Johnny Burnette und Johnny Cash den größten musikalischen Einfluss auf mich.

Christoph: Drummer: Dave Lombardo, Slayer, Steven Hanford aka THEE SLAYER HIPPIE, Poison Idea, Stewart Copeland, Police, Buddy Rich und viele andere. Bands: The Doors, Delta Bombers, Desperados, The Accüsed, Poison Idea, Gang Green, Suicidal Tendencies, Misfits, Agnostic Front ……. Weil diese Typen / Bands geil sind / waren!

Jeremia: The Kinks, Motorhead, Black Sabbath, Volbeat, CCR, Chuck Berry, Janis Joplin, Bill Haley, Eddie Vedder, Guns n Roses, Johnny Cash, Chubby Checker, Stray Cats, Dobie Gray, Stones usw……. Ehrliche und geile Musik für jede Lebenslage.

rockin and rollin: Wie entstehen eure Lieder? Hat einer die Idee, stellt sie den anderen vor und gemeinsam erarbeitet ihr einen Song oder gibt es bei euch eine gewisse Aufgabenteilung?

Arne: Unsere Songs entstehen auf unterschiedliche Art und Weise. Meist hat Daniel ein Riff im Hirn, schleppt das an und wir fangen dann sofort an, damit herumzuexperimentieren, bis was Geiles bei rauskommt. Wenn nicht, fliegt der Song in die Tonne. Die meisten Texte schreibe ich. Gerade für das kommende Album habe ich mir den Arsch aufgerissen. Aber auch Chris, unser Bandschriftsteller, liefert ab und an einen Songtext ab. Ab und an schreibt auch Marc Torpedo noch Songs für uns.

rockin and rollin: Woher holt ihr die Inspiration und Ideen zu euren Songtexten?

Arne: Auf dem Klo, beim Duschen, beim Arbeiten … egal. Manchmal tut es einen Schlag und man hat eine geile Idee. Dann schreib ich das sofort auf oder häng mich an den Rechner.

Chris: Dito. Ich kann auch z.b einen Traum gehabt haben, wache auf und schreibe das `Erlebte` auf. Da kommen manchmal krasse Sachen bei raus.

rockin and rollin: Man spürt bei eurer Musik die Power, Spaß und Begeisterung, die ihr als Musiker habt. Was bedeutet die Musik für euch selber?

Daniel: Musik und Rock’n’Roll sind unser ein – und alles. Wir leben das. Live ist das dann wie eine starke Droge. Wenn es auf der Bühne gut läuft, das Publikum mitgeht, drehen wir ab. Da wird man sozusagen high und muss aufpassen, dass man korrekt weiterspielt.

Jörg: Ich stimme Daniel voll zu – damit ist alles gesagt.

Arne: Wenn ich Musik mache, kann ich ICH sein. Die Musik kommt einfach aus mir raus und ich kann es im Hier und Jetzt leben. Unsere Musik zu präsentieren, bedeutet mir sehr viel. Ich liebe es, wenn die Leute ausrasten zu unserer Musik. Ohne Musik wäre mein ICH nur eine leere Hülle.

rockin and rollin: Wie würdet ihr euren Musik-Stil beschreiben und was macht ihn so besonders?

Arne: »Torpedobilly«, ha, ha! Wir sind schon immer stark von den WILD RECORDS Bands begeistert gewesen und das hat uns beeinflusst. Das Minimalistische, in Verbindung mit dem Wilden, Dreckigen. Das macht es für uns aus.

rockin and rollin: Ihr habt einen einmaligen Sound und man hört einen euer Songs und sagt sofort aus der Pistole geschossen – »Rhythm Torpedoes«! Wie hat sich euer Stil entwickelt und wie wichtig ist euch dieser Wiedererkennungswert?

Chris: Der Wiedererkennungswert ist uns, seit wir eigene Stücke machen, sehr wichtig gewesen. Wir haben aber schnell gemerkt, dass wir den auch haben, wenn wir uns nicht groß drum kümmern. Ist so `ne Art Magie … ;-).

Arne: Genau. Ich hatte immer eine ganz klare Vorstellung vom dem, was ich haben wollte. Wenn wir die Songs dann zusammengeschustert haben, wurde es noch geiler.

rockin and rollin: »Kick Ass Rockabilly«, wilder dreckiger Rockabilly Sound aus Deutschland – »Eddy & The Backfires«, »The Pinstripes«, »Sandy & The Wild Wombats«, »The Rhythm Torpedoes«, um nur ein paar Bands zu nennen. War dieser musikalische Ausbruch hier in Punkto deutschen Bands längst überfällig gewesen, oder wie erklärt ihr euch die momentane große Begeisterung der Leute für diese Spielart des Rockabillys?

Arne: Es ist einfach ehrliche, heftige, Mucke, mit viel viel Herzblut dargeboten, die die Leute mitreißt. Der traditionelle Rockabilly ist auch sehr geil, aber da wir immer Feuer im Arsch haben, musste es bei uns etwas heftiger sein. Außerdem kamen mit Marc Torpedo und Christoph Hochberger 2015 zwei Mucker zu uns, die vorher in härteren Bereichen tätig waren. Das hat das Ganze noch etwas mehr gepusht.

Chris: Dass es inzwischen so viele geile Bands gibt, die »Kick Ass Rockabilly« machen, ist absolut geil! Eine Bereicherung für die Szene. Vergesst nicht »The Royal Flush«!. Vor zwei Jahren wäre nicht daran zu denken gewesen mit »Eddy & The Backfires« auf einer Bühne zu stehen. Heute ist das Realität! Wir sind da so stolz drauf, das kann sich gar keiner vorstellen.“

rockin and rollin: Nachdem eure erste CD »Hop In Da Rod« bei »Boom Chicka Boom Records« veröffentlicht wurde, seid ihr nun zu »Wild Records« gewechselt. Wie und warum kam es zu dem Wechsel und was wird sich durch diesen Wechsel für euch ändern?

Arne: Vor der Aufnahme unserer kommenden Scheibe, »Let`s get high«, gab es ein Treffen mit Mickey, in dem er darlegte, dass er uns nicht mehr weiterbringen kann. Wir haben uns daraufhin einvernehmlich getrennt. Da wir die Scheibe auf jeden Fall auf einem Label rausbringen wollten, habe ich – mit Einverständnis der Band – den großen Schritt gewagt, und Kontakt zu Reb Kennedy aufgenommen. Am nächsten Tag kam die Antwort: „Ihr seid dabei.“ Das hat uns natürlich umgehauen! Das war wie Weihnachten und Geburtstag im Voraus.
Was sich ändern wird? Vermutlich alles, außer, dass wir auf dem Boden bleiben und unseren Stil beibehalten werden.“

rockin and rollin: Was mir persönlich sehr gut gefällt, ist der freundschaftliche und gute Umgang zwischen euch und Mickey West von Boom Chicka Boom Records, welcher auch nach dem Wechsel so blieb. Wie ihr und auch Mickey sagt, eine Freundschaft ist mitunter mehr wert und wichtiger, als eine geschäftliche Beziehung. Ihr seid gemeinsam einen ganzen Teil des Weges gegangen und habt zusammen Deutschland gerockt. War neben der Freude über die nächste Etappe in eurer Bandgeschichte auch ein weinendes Auge dabei gewesen?

Arne: Natürlich ist das uns allen schwergefallen. Mickey ist ein topp Mann. Wir hatten wirklich viel Spaß zusammen. Wir bleiben Freunde. Aber die Band hat eine große Chance bekommen – u.a. durch Mickey selbst. Die müssen wir jetzt nutzen.

rockin and rollin: Durch den Wechsel des Labels öffnen sich nun für euch die Tore zu der internationalen Rockabilly-Szene, wie sind eure Erwartungen und gibt es hier schon konkrete Pläne?

Chris: Das Booking läuft auf vollen Touren. Ansonsten wird in diesem Jahr natürlich die US Tour mit dem Gig auf der legendären »Viva Las Vegas« das Hauptevent des Jahres für uns werden. Wir können das alles noch gar nicht glauben.

rockin and rollin: Eure CD »Hop In Da Rod« ist ebenso wie eure Vinyl-Single »Time To Roll« der absolute Hammer. Wird eure kommende CD das noch toppen können?

Arne: Vielen Dank für die Blumen. Wir sind absolut sicher, dass die neue Scheibe die alte toppen wird. Wir haben – wie immer – unser Herzblut in diese Platte hineingepumpt. Die bisherigen Reaktionen bei Livegigs bestätigen uns, dass wir alles richtig gemacht haben.“

rockin and rollin: Was könnt und möchtet ihr uns inhaltlich schon von der kommenden CD verraten?

Daniel: Da wird von Boppern, über Dirtyblues, bis hin zu Cash – artigen, countrylastigen Rockabilly Songs, alles vertreten sein. Dank Rawand Baziany, von »Black Shack Recordings«, sind wir super zufrieden mit dem Ergebnis!

rockin and rollin: Gibt es schon einen festen Erscheinungstermin für die neue Scheibe und wenn ja, wann wird er sein?

Arne: Dieses Frühjahr. Mehr können wir noch nicht sagen.

rockin and rollin: Ok, die letzten Worte an eure Fans gehören euch!

Band: Ohne Euch wären wir nicht da, wo wir heute sind. Unsere Fans sind das Allerwichtigste für uns. Wir können uns nur für das Bisherige bedanken, und hoffen, dass ihr auch in Zukunft unseren »Torpedobilly« weiter unterstützt!

rockin and rollin: Ich danke euch sehr für dieses tolle Gespräch!

One thought on “auf ein Bier mit Rhythm Torpedoes

  • 25/01/2018 at 20:50
    Permalink

    Yeahhh,ihr seit mega.
    Toller Bericht über euch.
    Sehr interessant.
    Weiter so,ich höre eure Mucke mega gerne,sehe euch mega gerne bei Auftritten,lese euch und von euch alles sehr gerne. Freue mich schon sehr auf die neue Scheibe.
    *****Ihr seit mega top genial Klasse gut*****

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