{"id":8916,"date":"2017-02-13T20:06:58","date_gmt":"2017-02-13T19:06:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/?p=8916"},"modified":"2017-12-13T20:57:17","modified_gmt":"2017-12-13T19:57:17","slug":"vom-petticoat-zu-james-dean-claudia-plachetka","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/vom-petticoat-zu-james-dean-claudia-plachetka\/","title":{"rendered":"Vom Petticoat zu James Dean (Claudia Plachetka)"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-8916\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-8916-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-8916-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-8916-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p align=\"justify\">\nIch schaue in den Spiegel und f\u00fchle mich wohl. Selten tue ich das, doch wenn ich dieses Spiegelbild sehe, gefalle ich mir. Die Hose sitzt perfekt, das Hemd ist leider ein wenig zu gro\u00df, was aber weiter nicht schlimm ist. Die Lederjacke l\u00e4sst meine Schultern gr\u00f6\u00dfer aussehen und meine kurzen, braunen Haare habe ich perfekt gestylt. Nun sitzen sie fast genauso wie bei meinem Vorbild James Dean. Noch sind sie ein wenig kurz, aber in zwei Wochen haben sie die perfekte L\u00e4nge.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eAndrea, das Essen ist fertig!\u201c, schreit meine Mutter nach oben. Ich erschrecke mich und werfe die Lederjacke sofort auf mein Bett. Schnell ziehe ich mir die Hose und das Hemd aus. Auch diese landen auf meinem Bett. Ich \u00fcberdecke den Kleiderhaufen mit der Bettdecke. Als ich mich im Spiegel sehe kommen mir wieder Tr\u00e4nen in die Augen. Nur bekleidet in Unterw\u00e4sche kann ich mich einfach nicht im Spiegel betrachten. Die Kurven, die schmale Schulter, einfach nichts passt. Ich ziehe mir mein Kleid \u00fcber und setze meine Per\u00fccke auf. Ich habe mir diese vor zwei Wochen gekauft, als ich mir die Haare abschnitt. H\u00e4tte Mutter erfahren, dass meine Haare ab sind, h\u00e4tte sie mich mit Sicherheit umgebracht. Mit Neid erblickt sie immer meine Haare, weil ihre sich schon grau f\u00e4rben. Es gab kein Sonntagsessen ohne dieses Thema am Tisch. Zum Schluss trage ich noch Lippenstift auf, als ich h\u00f6re wie Mutter die Treppen hinauf l\u00e4uft. Als sie rein kommt schmei\u00dfe ich mich f\u00f6rmlich aufs Bett und \u00f6ffne das Buch, das da liegt.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eAndrea! So vertieft in ein Buch wie du ist kein Mensch auf dieser Welt! Komm essen, dein Vater hat Hunger!\u201c, meint sie mit ihrer \u00fcblichen grimmigen Miene, als sie in mein Zimmer kommt.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sie merkt nicht, dass ich das Buch falsch herum lese, aber das ist typisch. Sie w\u00fcrde sich nicht mal f\u00fcr mich interessieren wenn ich in diesem Zimmer einen Handstand machen w\u00fcrde. So ist sie eben. F\u00fcr sie z\u00e4hlt nur sie selbst.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Also stehe ich auf, schlie\u00dfe die T\u00fcr und gehe nach unten. Vater hat schon angefangen zu Essen. Ich setze mich an den Tisch und fange ebenfalls an zu Essen. Wieder einmal kommen die \u00fcblichen Themen auf den Tisch. Wie sehr sich die Jugend ver\u00e4ndert. Wie immer meint meine Mutter, dass man alle Jugendlichen mit ihren unausstehlichen T\u00e4nzen einsperren m\u00fcsse. Ich h\u00f6re nur zu und antworte nur, wenn man es von mir verlangt. Genauso wie es mein Vater tut. Immer L\u00e4cheln und Nicken, das macht Mutter gl\u00fccklich.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eHast du gesehen, was die Jugendlichen nun tragen? Hosen! Die Frauen tragen Hosen, eine Frechheit oder?! Mit den flachen Schuhen konnte ich mich noch einigerma\u00dfen anfreunden, aber Hosen?! Also bitte! Das ist vollkommen inakzeptabel.\u201c<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sie nimmt ein St\u00fcck von ihrem Fisch und tupft sich ihren perfekt geschminkten Mund ab.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eIst doch gem\u00fctlich, warum sollten sie es also nicht tun?\u201c, erwidert Vater auf ihre rhetorischen Fragen. Er ist glaube ich der einzige Mensch in der Welt, der Mutter \u00fcberhaupt erst versucht die Stirn zu bieten.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eAlso Wolfgang untersteh dich! Eine Frau soll gut aussehen und nicht wie der letzte Trampel rum laufen! Also bitte Andrea, mach diesen furchtbaren Trend nicht nach!\u201c<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich sehe Mutter an und nicke nur zustimmend.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vater sieht mich von der Seite an und grinst leicht. Wie gesagt, er versucht ihr die Stirn zu bieten, aber leicht ist es definitiv nicht. Als wir zur Nachspeise gelangen und zum hundertsten Mal eins dieser furchtbaren Klassiker aufgelegt wird, sage ich zu meiner Mutter:<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eHeute Abend dauert der Kirchenkreis etwas l\u00e4nger und anschlie\u00dfend wollten wir noch ins Jazzy gehen.\u201c<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Mutter be\u00e4ugt mich misstrauisch.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eMit wem?\u201c, will sie wissen.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eMit Monika und Renata.\u201c<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Mutter neigt ihren Kopf kurz zur Seite und nickt dann.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eAber sei bitte sp\u00e4testens um elf Uhr wieder Zuhause.\u201c<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich nicke und bleibe noch sitzen, bis beide mit Essen fertig sind. Wenn sie nur w\u00fcssten, was der Kirchenkreis wohl wirklich ist. Mutter w\u00fcrde dann an einem Herzinfarkt sterben.<\/p>\n<p>Nach dem Essen packe ich meine Tasche und gehe wieder nach unten.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eTsch\u00fcss!\u201c, rufe ich schnell und renne aus der Haust\u00fcr raus. Das Auto steht schon bereit, Franklin h\u00e4lt mir die T\u00fcr auf. Ich hoffe die h\u00f6ren irgendwann damit auf, einen Chauffeur zu haben und fahren selbst Auto. Das ist nicht nur altmodisch, nein es ist auch noch total protzig.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eFranklin?\u201c, Franklin sieht mich im R\u00fcckspiegel an.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eFahren Sie auf dem Weg noch bei Harald vorbei, er kommt heute mit zum Kirchenkreis.\u201c<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Franklin nickt und konzentriert sich wieder auf die Stra\u00dfe.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Als wir bei Harald vorbei fahren, freue ich mich wie ein kleines Kind. Er ist mein bester Freund und er ist auch der einzige, der mein wahres Ich kennt.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eHey Franklin!\u201c, begr\u00fc\u00dft er l\u00e4ssig den Fahrer.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Franklin rollt nur mit den Augen und ich muss L\u00e4cheln.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Harald l\u00e4sst sich neben mich nieder und wie immer ist mein Blick auf ihn geheftet. Ich w\u00fcnschte ich w\u00fcrde auch so aussehen wie er. Aber in ein paar Minuten werde ich so aussehen wie er. Zumindest ansatzweise. Im Auto unterhalten wir uns \u00fcber alle Neuigkeiten, denn er geht auf eine staatliche Schule. Er bekommt alle neuen Trends und sonstiges mit, w\u00e4hrend ich auf einer altmodischen Privatschule hocke, auf der sogar schon meine Mutter war. Das Schlimmste an allem ist, dass diese Schule f\u00fcr katholische M\u00e4dchen ist. Der absolute Horror.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;An der Kirche angekommen, h\u00e4lt Franklin mir die T\u00fcr auf w\u00e4hrend Harald einfach aussteigt und Franklin schelmisch anl\u00e4chelt.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich gehe auf Franklin zu, der mich leicht anl\u00e4chelt. Ich habe ihm schon immer gefallen, auch wenn er zwanzig Jahre \u00e4lter ist als ich. Gut Aussehen tut er immerhin. Ganz unauff\u00e4llig stecke ich ihm einen F\u00fcnfziger in seine Jackett Tasche.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eAls Dankesch\u00f6n f\u00fcr Ihre Diskretion!\u201c Ich grinse ihn verf\u00fchrerisch an und er wird leicht r\u00f6tlich im Gesicht.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eSie m\u00fcssen mir nicht danken, Frau Andrea.\u201c<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;L\u00e4chelnd steigt er ins Auto, wobei er mir das Geld nicht wiedergibt. Besser soll er es haben, als meine stinkreichen und nervigen Eltern.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wir laufen nebeneinander in die Kirche und als die T\u00fcr zu f\u00e4llt l\u00e4chelt Harald mich an.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eIch finde es einfach nur witzig dich so zu sehen!\u201c<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Er versucht leise zu lachen, doch das geht daneben.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eHalt deinen Mund!\u201c, fl\u00fcstere ich ihm w\u00fctend zu und schlage ihm in den Bauch.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Er kr\u00fcmmt sich kurz zusammen, allerdings lacht er kurze Zeit sp\u00e4ter wieder.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;L\u00e4chelnd laufe ich auf die Toilette zu, sehe mich noch einmal um, ob jemand in der Kirche ist und verschwinde dann auf der Toilette. Schnell ziehe ich mir meine Per\u00fccke ab, wechsele die Klamotten. Vor dem Spiegel wasche ich mir die Schminke ab und style meine Haare mit ein wenig Gel. So f\u00fchle ich mich wohl. So kann ich mich im Spiegel betrachten. Meine Kurven verschwinden unter dem gro\u00dfen Hemd. Mein Gesicht wirkt durch die Frisur markanter und ich f\u00fchle mich kr\u00e4ftiger. Ich packe wieder alles in einen Beutel und gehe raus. Den Beutel lege ich wie jedes Mal in das Taufbecken, denn dort schaut niemand nach. Dann gehe ich auf Harald zu.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eSo ist es schon besser. Auch wenn mir deine Br\u00fcste fehlen.\u201c<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich boxe ihn wieder in die Seite, doch er lacht weiter. Ich bin froh, dass er Witze dar\u00fcber machen kann, denn das bedeutet mir sehr viel. Auch wenn er keine Frau ist, sondern ein Mann habe ich das Gef\u00fchl, dass er mich halbwegs verstehen kann. Wenn ich so angezogen bin, kann ich sein wer ich wirklich bin. <\/p>\n<p>Wir gehen aus der Kirche raus und machen uns auf den Weg. Gemeinsam fahren wir mit dem Bus bis zum Rocky. Das Rocky ist unser Lieblingslokal. Erstens weil man dort nicht kontrolliert wird uns zweitens, weil dort durchgehend Rock and Roll gespielt wird. W\u00fcrde das nur eins meiner Elternteile wissen, dass ich im Rocky zu Rock and Roll tanze und dann auch noch mit M\u00e4dchen, sie w\u00fcrden hier und jetzt umfallen. Doch sie wissen es nicht und das ist auch gut so.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Beim Rocky angekommen ert\u00f6nt drau\u00dfen schon die laute Musik. Zu h\u00f6ren ist Elvis Presley.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wir setzen uns an unseren Stammplatz, warten bis sich der Laden f\u00fcllt und trinken auf meine Kosten ein Bier nach dem anderen. Wir beide warten nur auf die perfekte Gelegenheit, Frauen kennen zu lernen. Sie tragen kurze R\u00f6cke, ihre Haare sind auf toupiert und teilweise rot gef\u00e4rbt. Immer schneller f\u00fcllt sich die Tanzfl\u00e4che. Doch als eine bestimmte Gruppe von M\u00e4dchen herein kommt, k\u00f6nnen wir beide nicht anders, als sie anzustarren. Sie geh\u00f6ren zu hundert Prozent nicht zu unserem Umfeld. Alle tragen ihre Haare hochgesteckt, l\u00e4ngere Kleider und Handschuhe aus Spitze. Vier von den F\u00fcnf M\u00e4dchen sehen sich angewidert um, w\u00e4hrend alle M\u00e4nner sie nur anstarren. W\u00e4hrend das M\u00e4dchen mit blonden Haaren ganz vorne sich erstaunt umblickt. Selbstbewusst geht sie zum Tisch neben uns. Die anderen M\u00e4dchen folgen ihr wie Enten und verhalten sich sch\u00fcchtern. Sie setzen sich kerzengerade an den Tisch und versuchen erst gar nicht den dreckigen Tisch anzufassen.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Als der Kellner kommt und die Bestellung aufnehmen will, m\u00f6chte eine von ihnen Champagner bestellen. Der Kellner lacht sie nur aus, woraufhin sie kurz davor ist in Tr\u00e4nen auszubrechen.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Harald und ich beobachten das Ganze und versuchen nicht in Gel\u00e4chter aus zu brechen.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eWir nehmen alle ein Bier.\u201c, sagt das M\u00e4dchen mit den blonden Haaren und rettet somit die Situation.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich wei\u00df nicht woher, aber irgendwie kenne ich sie. Wir k\u00f6nnen nicht anders, als die M\u00e4dchen zu beobachten. Noch nicht mal, weil sie besonders h\u00fcbsch sind, sondern einfach weil sie sich so verhalten wie meine Mutter. Was wollen solche M\u00e4dchen hier? Pl\u00f6tzlich verschwindet das blondhaarige M\u00e4dchen auf der Toilette und l\u00e4sst die armen Damen hier alleine. Harald bestellt gerade neues Bier f\u00fcr uns. Meine Gedanken kreisen immer wieder um das M\u00e4dchen mit den blonden Haaren. Als sie pl\u00f6tzlich wieder kommt, tr\u00e4gt sie ein kurzes Kleid, ihre langen Haare sind offen und die Handschuhe sind weg. Ich kann nicht anders als sie anzustarren, auch als sie meinen Blick erwidert. Ihre M\u00e4dels schauen sie  genauso begeistert und entsetzt an wie ich. Ich versuche mich zusammen zu rei\u00dfen und sie nicht anzustarren, doch es f\u00e4llt mir einfach zu schwer. Dass Harald wieder kommt und mir das Bier vor die Nase stellt bekomme ich gar nicht mit.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eHey Mann, alles klar?\u201c, fragt er mich.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich tauche aus meiner Gedankenwelt wieder auf und sehe ihn an. Er allerdings grinst nur.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eJa und bei dir?\u201c, antworte ich genervt. Seine Gegrinse ist manchmal echt anstrengend. Ich nehme mir das Bier und trinke einen Schluck, dabei sehe ich Harald immer noch genervt und w\u00fctend an.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; \u201eAnstatt so genervt zu sein, k\u00f6nntest du mich auch endlich fragen ob ich tanzen will?\u201c, ert\u00f6nt pl\u00f6tzlich eine weibliche Stimme neben mir.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Es ist das blonde M\u00e4dchen, welches mich auffordernd ansieht. Ich verschlucke mich fast an dem Bier und muss erstmal husten, woraufhin sie nur l\u00e4chelt.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eWenn du das unbedingt willst.\u201c, meine ich achselzuckend, stehe auf und rei\u00dfe sie einmal auf die Tanzfl\u00e4che. Im Augenwinkel erkenne ich noch wie Harald mir zuzwinkert, w\u00e4hrend ich in der Menge verschwinde. Ich bewege mich schnell zu dem Takt der Musik, schwinge sie hin und her und hole sie wieder an mich ran. Ich wei\u00df, dass ich gut tanzen kann, aber sie tanzt auch verdammt gut. Woher auch immer sie das kann. Ihr kurzer Rock schwingt bei jeder Drehung hin und her und ich kann einen kurzen Blick auf ihre langen Beine erhaschen. Mir wird warm, als sie mir am Ende des Liedes immer n\u00e4her kommt.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Dann ist das Lied zu Ende, die Menge klatscht und wir beide sehen uns nur an. Ihre Augen leuchten unfassbar gr\u00fcn.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eDaf\u00fcr, dass ich dich hier noch nie gesehen habe, finde ich du tanzt es echt gut.\u201c, sage ich zu ihr und entferne mich wieder einen Schritt von ihr. Die Hitze ist einfach zu unertr\u00e4glich.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eVielen Dank!\u201c, antwortet sie mit einem L\u00e4cheln.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich l\u00e4chle zur\u00fcck und lade sie und ihre Freundinnen zu unserem Tisch ein.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sofort l\u00e4uft sie zu ihren Damen und sie setzen sich an unseren Tisch. Ich bemerke, dass Harald sich anscheinend sehr f\u00fcr die Dame mit den roten Haaren interessiert. Sie allerdings ignoriert ihn, was ich wiederum ziemlich witzig finde. Denn f\u00fcr gew\u00f6hnlich ist er derjenige, der bei Frauen ziemlich gut ankommt.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eAlso ihr seht noch so jung aus, von welcher Schule kommt ihr?\u201c, fragt Harald und das M\u00e4dchen mit den roten Haaren sieht ihn emp\u00f6rt an. Das M\u00e4dchen mit den blonden Haaren, die neben mir sitzt lacht nur.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eWir sind von der katholischen M\u00e4dchen Privatschule.\u201c<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Mein Herz bleibt einmal stehen. Ich sehe Harald an, der schon zu viel Bier getrunken hat, um mit zubekommen, was hier gerade passiert. Ich h\u00e4tte es eigentlich schon wissen m\u00fcssen, als sie hier herein kamen. Sie sehen alle aus wie meine Mutter, dann k\u00f6nnen sie ja nur von meiner Schule kommen! Abgesehen von dem blonden M\u00e4dchen nat\u00fcrlich.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eUnd wer seid ihr?\u201c, fragt sie und sieht mich dabei an.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich kann allerdings nicht antworten, also springt Harald schnell ein.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eWir kommen von der Alfred-Wagner Schule. Ich bin \u00fcbrigens Harald und das ist mein Freund Andreas.\u201c<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Harald beugt sich einmal quer \u00fcber den Tisch und reicht allen die Hand. Nun sammelt er doch noch Plus Punkte mit seiner \u00fcbertriebenen H\u00f6flichkeit, auf die alle Frauen aus diesem Kreise stehen.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eIst das nicht diese Schule, an der Frauen Hosen tragen?\u201c, fragt ein M\u00e4dchen aus der Runde, die eine ziemlich hohe und schrullige Stimme hat.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eJa genau, wir sind die Schule, die die Trends entwickelt.\u201c<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Harald sieht das M\u00e4dchen an und grinst breit. Sie wei\u00df daraufhin nicht, was sie sagen soll, also f\u00e4ngt sie an zu schmollen. Jetzt muss auch ich grinsen. Alle diese M\u00e4dchen werden mal genauso furchtbar nervige Frauen wie meine Mutter.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eIch bin Karin.\u201c, stellt sich das M\u00e4dchen anschlie\u00dfend mit den blonden Haaren vor und reicht nur mir ihre Hand.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eUnd ich will tanzen!\u201c, als sie meine Hand nimmt, rei\u00dft sie mich hoch und schon stehen wir wieder auf der Tanzfl\u00e4che.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich bin erstaunt wie selbstbewusst sie ist. Solche Frauen gibt es sehr selten und noch seltener an der Privatschule. Sie umfasst meinen Nacken und ich ihre Schmale Taille. Je l\u00e4nger das Lied l\u00e4uft, umso n\u00e4her kommen wir uns. Ich schlucke immer wieder vor Nervosit\u00e4t, denn so nah kam ich einer Frau noch nie. Auch dieses Mal habe ich Angst, dass sie mein wahres Ich sieht. Als der Song rum ist, zieht sie mich in den hinteren Bereich der Bar, wo sie sich eine Zigarette anz\u00fcndet. Sie bietet mir auch eine an und ich nehme sie, zwar mit Verwirrung an. Mit ge\u00fcbten Fingern z\u00fcnde ich sie an.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eWei\u00dft du was?\u201c, fragt sie nachdem sie einmal gezogen hat. Ich sch\u00fcttele den Kopf.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eDiese M\u00e4dchen sind so furchtbar anstrengend. Die ganze Schule ist anstrengend. Als w\u00fcrden wir in den 20er leben.\u201c<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sie zieht wieder an ihrer Zigarette.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eWieso hast du sie dann hierher mitgenommen?\u201c, will ich wissen.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sie l\u00e4chelt. \u201eIch hatte gedacht, vielleicht w\u00fcrde es ihnen gefallen. Ich dachte vielleicht kann ich sie \u00e4ndern. Aber sie lassen sich ja auf gar nichts neues ein.\u201c, erz\u00e4hlt Karin genervt.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eGanz tief in ihrem Innern finden sie es vielleicht nicht so schlimm.\u201c, muntere ich sie auf.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sie sieht einmal an mir vorbei zu unserem Tisch. Ich sehe auch dorthin und man sieht nur gelangweilte Frauen an einem Tisch und einen Harald, der ein Bier nach dem anderen trinkt.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eIch glaube nicht.\u201c, meint Karin und lacht.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich muss \u00fcber das Bild ebenfalls lachen.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sie dr\u00fcckt ihre Zigarette in einem Aschenbecher aus und kommt auf mich zu.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eIch glaube du denkst so wie ich.\u201c, fl\u00fcstert sie und ich muss mich anstrengen sie zu verstehen. Mich \u00fcberkommt ungewollt eine G\u00e4nsehaut. Sie l\u00e4chelt mich kurz an, geht einen Schritt zur\u00fcck und geht auf die Tanzfl\u00e4che zu. Doch ich nehme all meinen Mut zusammen und versuche der Mann zu sein, der ich nach au\u00dfen hin bin. Denn ich habe irgendwie das Gef\u00fchl, dass Karin mehr Mann ist als ich.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eWarte!\u201c, rufe ich. Sie dreht sich um, kommt wieder zu mir und als sie wieder vor mir steht, sieht sie mich ein wenig verwirrt an, l\u00e4chelt dann allerdings.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eNormalerweise fragt man, ob man sich treffen will. Dann wird man den Eltern vorgestellt. Dann heiratet man. Das passiert alles so schnell, dass man den anderen gar nicht kennen lernen kann.\u201c, stammele ich und merke noch w\u00e4hrend ich rede, was f\u00fcr ein Schwachsinn ich da rede. Ich hole einmal tief Luft und sehe in Karins verwirrten und belustigten gr\u00fcnen Augen.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eWas ich damit sagen will, ich will  mich unbedingt mit dir treffen und das \u00f6fter mal.\u201c Verlegen sehe ich sie an.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sie zuckt mit den Schultern und l\u00e4chelt.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eNa gut, dann treffen wir uns doch einfach jetzt.\u201c, schl\u00e4gt sie vor und l\u00e4chelt wieder mit ihren wundersch\u00f6nen Lippen.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Verwirrt sehe ich sie an.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eKomm mit.\u201c, verlangt sie und ich folge ihr. Wenigstens zieht sie diesmal nicht an meiner Hand, wodurch ich mich nicht gleich wieder f\u00fchle wie eine Frau. Durch eine Hintert\u00fcr gelangen wir nach drau\u00dfen und ich habe gar nicht die Zeit dar\u00fcber nachzudenken, woher sie die Hintert\u00fcr \u00fcberhaupt kennt.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wir beide sehen gleichzeitig nach oben. Ein atemberaubender Mond ist zu sehen. Wir beide kommen aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Ich ergreife wie automatisch ihre Hand. Bei der Ber\u00fchrung zuckt sie leicht zusammen, l\u00e4sst es allerdings geschehen. Ich r\u00fccke n\u00e4her zu ihr und sie sieht mich an.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eUnsere Generation sollte Gef\u00fchle leben, damit wir nicht so gef\u00fchllos werden wie unsere Eltern.\u201c, fl\u00fcstere ich und streiche gleichzeitig eine Haarstr\u00e4hne hinter ihr Ohr.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Unser beider Atmung geht schneller. Ich gehe einen weiteren Schritt auf sie zu und ziehe ihr Gesicht sanft in die Richtung meines. Als sich unsere Lippen ber\u00fchren bricht etwas in mir aus, etwas was ich nicht kenne. Ich f\u00fchle mich frei. Ich f\u00fchle mich wie ein Mann. Ich presse meinen K\u00f6rper immer n\u00e4her an ihren, ich kann es gar nicht aufhalten, selbst wenn ich es wollte. Sie umfasst meinen Nacken und unsere Beine verschlingen sich miteinander. Ich bekomme kaum Luft, also nehme ich meine Lippen von ihren, nur um sie an die Wand des Geb\u00e4udes zu dr\u00e4ngen. Ich dr\u00fccke ihre Arme nach oben und k\u00fcsse sie wieder. Ich beginne leicht an ihrer Unterlippe zu kauen und ihr entf\u00e4hrt ein leises St\u00f6hnen, was mich nur noch mehr antreibt. Ich beginne ihren Hals zu k\u00fcssen und wandere mit meiner Zunge immer weiter hinunter. An ihrem Schl\u00fcsselbein h\u00f6re ich auf und sehe in ihre leuchtenden Augen. Sie strahlen nun noch mehr und sehen mich durchdringend an.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eSoll ich weiter machen?\u201c, raune ich, w\u00e4hrend ich ihre Arme loslasse. Ich selbst habe meine Stimme noch nie so tief geh\u00f6rt. Kurz scheint sie verunsichert, was auch mich verunsichert, doch dann presst sie ihre Lippen auf meine und schlingt ihre Beine um meine H\u00fcfte. Ich dr\u00fccke sie wieder gegen die Wand und halte sie an ihren nackten Oberschenkeln fest.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eAndreas!\u201c, schreit pl\u00f6tzlich jemand und wie aus Reflex, lasse ich sie sanft aber schnell los und richte ihr Kleid. Ich habe schlie\u00dflich \u00dcbung darin ein Kleid gerade zu streichen. Dann l\u00e4chle ich sie an, als Harald aus dem Schatten in das Licht des Mondes tritt.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eWir haben schon halb zw\u00f6lf verdammt! Wir m\u00fcssen los!\u201c<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Mein Herz sackt einmal in meine Hose. Ich sehe Karin an, die noch vollkommen durch den Wind ist. Ich habe so etwas noch nie gemacht und sie auch nicht. Normalerweise k\u00fcsst man sich erst nach dem vierten Treffen oder so.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eJetzt komm, ich habe die Getr\u00e4nke schon bezahlt!!!\u201c, br\u00fcllt Harald und verschwindet wieder in der Bar.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich sehe noch einmal Karin an und l\u00e4chle.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eAuf Wiedersehen!\u201c, verabschiede ich mich und k\u00fcsse sie noch kurz auf den Mund. Dann laufe ich zur T\u00fcr, doch kurz bevor ich wieder in die Bar gehe, sehe ich sie an. Ihre blonden Haare gl\u00e4nzen im Mondlicht. Ich kann nicht anders als zu L\u00e4cheln. So gl\u00fccklich war ich vermutlich noch nie. In meinem Bauch flattert alles und ich bin leicht verwirrt. Ich renne einmal durch die Bar, verabschiede mich von den \u00fcbrigen Damen und gehe nach drau\u00dfen. Dort hole ich ebenfalls nochmal tief Luft, um das gerade geschehene zu verdauen.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eAndreas!\u201c, ruft Karin, die mir gefolgt ist. Ich drehe mich um und sie l\u00e4uft schnell auf mich zu.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eIch wollte dir nur sagen, dass du nicht alleine bist.\u201c, meint sie zaghaft und ich verstehe nicht so wirklich was sie meint. Dann schaut sie sich einmal nach rechts und nach links um. Ich merke ihr ihre Nervosit\u00e4t an und auch ich werde langsam nerv\u00f6s.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eWas ich jetzt tue bleibt unter uns. Alles was bereits passiert ist muss unter uns bleiben.\u201c, warnt sie mich leise, als h\u00e4tte sie Angst dass jemand sie h\u00f6ren kann. Sie holt einmal tief Luft und ich wei\u00df immer noch nicht was sie vorhat. Dann fasst sie sich einmal an den Haaransatz und streicht sich ihre Haare runter. Darunter eine kurze Haarfrisur. Und auf einmal wird mir alles klar. Wir beide sind zwei verlorene Seelen, die in einem anderen K\u00f6rper stecken m\u00f6chte. Als w\u00e4re es Schicksal gewesen. Als w\u00e4re ihr K\u00f6rper eigentlich f\u00fcr meine Seele bestimmt und mein K\u00f6rper f\u00fcr ihre.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eMeine Eltern sind die einzigen die davon wissen. Ich kenne dich aus der Schule und du verh\u00e4ltst dich genauso wie ich mich fr\u00fcher verhalten habe. Doch gemeinsam mit meinen Eltern sind wir in die USA geflogen, wo solche Geschlechtswandeloperationen durchgef\u00fchrt werden. Es war schmerzhaft und ein zwei Jahre langer Prozess. Damit m\u00f6chte ich dir nur sagen, dass es auch f\u00fcr Frauen irgendwann m\u00f6glich sein wird, sich zu \u00e4ndern und zu dem zu werden, wer man wirklich ist. Du musst nur der Welt zeigen wer du wirklich bist und zu dir stehen. Das schafft man aber nur, wenn man Menschen kennt, die genau dasselbe durchmachen. Sie k\u00f6nnen sich gemeinsam unterst\u00fctzen und etwas Neues schaffen. So wie ich.\u201c<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In Gedanken versunken l\u00e4chelt sie mich an und ihr flie\u00dft eine Tr\u00e4ne die Wange hinab. Ich kann nicht anders, als auf sie zu zugehen und sie in meinen Arm nehmen. Ein Gef\u00fchl von v\u00f6lliger Fassungslosigkeit und Freude stellt sich ein. In meinem Bauch kribbelt es noch mehr.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eDanke.\u201c, ist das Einzige was ich noch heraus bekomme. Ich dr\u00fccke sie so fest ich kann an mich. Als wir uns wieder aus der Umarmung l\u00f6sen l\u00e4chelt sie mich wieder an.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eDu bist die sch\u00f6nste Frau die ich kenne.\u201c, sage ich ehrlich zu ihr und selbst in der Dunkelheit kann ich sehen, wie sie rot anl\u00e4uft. Sie kommt wieder auf mich zu und fl\u00fcstert mir ins Ohr:<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eUnd du bist der sch\u00f6nste Mann den ich kenne.\u201c<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sie sieht mir tief in die Augen und wieder durchl\u00e4uft mich ein Schauder. Ich f\u00fchle mich nun noch mehr zu ihr hingezogen, obwohl sie eigentlich ein Mann ist. Doch gerade ich wei\u00df, dass sie eine Frau ist, so wie sie wei\u00df, dass ich ein Mann bin. Mich \u00fcberkommt eine Motivation, eine Hoffnung, die ich noch nie hatte. Mein Kopf ist voll mit neuen Gedanken, mit neuen \u00dcberlegungen und ich kann nicht anders, als sie laut auszusprechen.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eGemeinsam und mit dem Geld unserer Eltern werden wir die Welt ver\u00e4ndern. Wir werden daf\u00fcr sorgen, dass jeder so sein kann, wie er will.\u201c, schlage ich ihr vor und ein breites L\u00e4cheln tritt auf ihr Gesicht. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sie nickt und beugt sie zu mir um mich wieder zu k\u00fcssen. Ich ziehe sie zu mir und als unsere Lippen sich ber\u00fchren, f\u00fchlt es sich an wie ein Neuanfang. Wie der Anfang einer neuen Welt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><div id=\"pgc-8916-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-8916-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-8916-0-1-0\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p><strong>Autorin: Claudia Plachetka<\/strong><\/p>\n<p>Biographie  <\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><div id=\"panel-8916-0-1-1\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor\" data-index=\"2\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-8916-0-1-1\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p><strong>Bibliographie:<\/strong><\/p>\n<p><em>ohne Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><div id=\"panel-8916-0-1-2\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-last-child\" data-index=\"3\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-8916-0-1-2\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p><strong>Disclaimer<\/strong><br \/>Die Charaktere dieser Geschichte, sowie alle Handlungen sind geistiges Eigentum des Autors. Alle \u00c4hnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen, Orten oder Handlungen sind rein zuf\u00e4llig und nicht beabsichtigt. Der Autor verfolgt kein kommerzielles Interesse an der Ver\u00f6ffentlichung dieser Geschichte. <br \/>Freigabe zur Weiterver\u00f6ffentlichung besteht, soweit vom Autor nicht anders angegeben nur f\u00fcr \"rockin-and-rollin.de\". F\u00fcr alle weiteren Ver\u00f6ffentlichungen ist die schriftliche Zusage des Autors erforderlich.<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich schaue in den Spiegel und f\u00fchle mich wohl. Selten tue ich das, doch wenn ich dieses Spiegelbild sehe, gefalle ich mir. Die Hose sitzt perfekt, das Hemd ist leider ein wenig zu gro\u00df, was aber weiter nicht schlimm ist. Die Lederjacke l\u00e4sst meine Schultern gr\u00f6\u00dfer aussehen und meine kurzen, braunen Haare habe ich perfekt gestylt. Nun sitzen sie fast genauso wie bei meinem Vorbild James Dean. Noch sind sie ein wenig kurz, aber in zwei Wochen haben sie die perfekte L\u00e4nge.<br \/>\n\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u201eAndrea, das Essen ist fertig!\u201c, schreit meine Mutter nach oben. Ich erschrecke mich und werfe die Lederjacke sofort auf mein Bett. Schnell ziehe ich mir die Hose und das Hemd aus. Auch diese landen auf meinem Bett. Ich \u00fcberdecke den Kleiderhaufen mit der Bettdecke. Als ich mich im Spiegel sehe kommen mir wieder Tr\u00e4nen in die Augen. Nur bekleidet in Unterw\u00e4sche kann ich mich einfach nicht im Spiegel betrachten. 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