{"id":5512,"date":"2017-05-25T16:46:53","date_gmt":"2017-05-25T14:46:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/?p=5512"},"modified":"2018-05-01T15:45:17","modified_gmt":"2018-05-01T13:45:17","slug":"auf-ein-bier-mit-der-rockabilly-mafia","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/auf-ein-bier-mit-der-rockabilly-mafia\/","title":{"rendered":"auf ein Bier mit der Rockabilly Mafia"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-5512\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-5512-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-5512-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5512-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit \u00fcber drei\u00dfig Jahren erfreuen die Jungs aus Elmshorn ihre Fans mit ihrem unverwechselbaren Stil, Sound und B\u00fchnenpower. Als Nordkind hat mich die \u00bbRockabilly Mafia\u00ab seit den 80er fest begleitet und mit vielen ihrer Songs verbinde ich f\u00fcr mich pers\u00f6nlich Geschichten voller H\u00f6hen und Tiefen. Vielleicht weil ihre Musik und ihre Texte mit mir zusammen gro\u00df wurden oder weil sie mitunter einfach treffen und ein Teil einer gro\u00dfen Geschichte erz\u00e4hlen. Das muss jeder f\u00fcr sich selber bestimmen. Ich f\u00fcr meinen Teil habe mich sehr gefreut, den Jungs von der \u00bbRockabilly Mafia\u00ab ein paar Fragen stellen zu d\u00fcrfen. Hier ihre Antworten ...\n<\/p>\n<\/blockquote>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-5512-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-5512-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5512-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-image panel-first-child\" data-index=\"1\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-image so-widget-sow-image-default-8b5b6f678277-5512\"\n\t\t\t\n\t\t>\n\n<div class=\"sow-image-container\">\n\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/11178188_992920534108039_6379986038057354833_n.jpg\" width=\"960\" height=\"720\" srcset=\"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/11178188_992920534108039_6379986038057354833_n.jpg 960w, http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/11178188_992920534108039_6379986038057354833_n-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/11178188_992920534108039_6379986038057354833_n-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 960px) 100vw, 960px\" title=\"Rockabilly Mafia\" alt=\"Rockabilly Mafia\" \t\tclass=\"so-widget-image\"\/>\n\t<\/div>\n\n<\/div><\/div><div id=\"panel-5512-1-0-1\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-last-child\" data-index=\"2\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p><strong>Rockabilly Mafia:<\/strong><br \/>\nMichael 'Ted' Harbeck - Schlagbass und Gesang<br \/>\nKarsten 'Tex' Willer - Gitarre<br \/>\nBj\u00f6rn Karl - Schlagzeug<br \/>\n<b>Heimat:<\/b> Elmshorn, Deutschland<br \/>\n<b>Plattenfirma:<\/b> Crazy Love Records<br \/>\n<b>Booking:<\/b> www.rockabillymafia.de<br \/>\n<b>Weitere Infos:<\/b><br \/>\n- <a href=\"http:\/\/www.rockabillymafia.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Webseite: Rockabilly Mafia<\/a><br \/>\n- <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Rockabilly-Mafia-106655342758033\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Facebook: Rockabilly Mafia<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><div id=\"pgc-5512-1-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5512-1-1-0\" class=\"so-panel widget widget_text panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"3\" ><h3 class=\"widget-title\">Interview:<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p><i>rockin and rollin: Moin, ich denke die \u00bbRockabilly Mafia\u00ab n\u00e4her vorstellen braucht man nicht. Wer euch bisher nicht kennt, der hat eh etwas im Leben verpasst. Ihr seit mittlerweile 32 Jahre musikalisch unterwegs und kein bisschen leiser geworden. Wie ist euer eigener R\u00fcckblick auf die letzten 32 Jahre?<\/i><\/p>\n<p>Michael 'Ted' Harbeck: Das ist keine Frage f\u00fcr ein Interview, sondern die Einleitung zu einem richtig fetten W\u00e4lzer. Es ist schlichtweg unm\u00f6glich, in einem Rahmen wie diesem dazu eine passende Antwort zu geben. Sorry. Vielleicht passt aber der Begriff \u201eDankbarkeit\u201c ganz gut. Dankbarkeit daf\u00fcr, dass wir in all den Jahren machen konnten, was wir wollten, und es immer noch, oder ehrlich gesagt immer mehr Leute gibt, die das auch gut finden. Das Leben hat zuweilen ein seltsames Timing. <\/p>\n<p><i>rockin and rollin: Wie seit ihr pers\u00f6nlich zum Rock\u2019n\u2019Roll gekommen? <\/i><\/p>\n<p>Michael 'Ted' Harbeck: Bei mir lief das fast ein wenig zu klischeehaft: Ich h\u00f6rte im Sommer 1976 Haleys \u00bbRock around the Clock\u00ab und zack, war\u2019s passiert. Ich wusste wirklich sofort, dass mein Leben von nun an anders laufen w\u00fcrde. Dabei ist es geblieben.<\/p>\n<p>Karsten 'Tex' Willer: Ich habe 1979 das erste Mal \u00bbMy Baby left me\u00ab von Elvis geh\u00f6rt, und da war es um mich geschehen. Dieser Bass und diese tolle Gitarre und die Stimme von Elvis ... einfach klasse. In den 80er waren wir dann oft im \u00bbCharmeuse\u00ab in Hamburg, da hab ich dann 1982 das erste mal sowas wie die Deltas, Ricochets und die Blue Cats geh\u00f6rt. Diese Musik hat dann meine Begeisterung f\u00fcr den Neorockabilly geweckt.<\/p>\n<p><i>rockin and rollin: Was war damals der Ausschlag gewesen musikalisch etwas ganz anderes zu machen, sofort rein mit eigenen Songs und Sound durchzustarten. Und das Ganze dabei erst in englisch und dann, 1992 mit \u00bbHeimweh nach Elmshorn\u00ab, \u00fcberwiegend in deutsch umzusetzen?<\/i><\/p>\n<p>Michael 'Ted' Harbeck: Wenn ich ehrlich bin, war es f\u00fcr mich eine Frage von \u00d6konomie und Eitelkeit. Ich habe mir damals gedacht: \u201eWenn ich mir die Lieder schon so m\u00fchsam raufschaffen muss, warum dann nicht gleich was Eigenes?\u201c Nachspielen kann jeder, und besser wird\u2019s eigentlich nie als das Vorbild. Es gilt immer noch, was ich 1989 auf die Linernotes von \u00bbWoman, Oh, Woman\u00ab schrieb: Wer spielt \u00bbBlue Suede Shoes\u00ab besser als Carl Perkins? Eben. Da war es dann ein kurzer Schritt, nach der Musik auch die Texte zu machen, und die dann auch in Deutsch der folgerichtig n\u00e4chste. Es fing mit englischen Texten an, ich h\u00e4tte auch japanische, franz\u00f6sische oder russische gemacht, h\u00e4tte ich die Sprachen beherrscht. Leider hatte ich ansonsten nur Latein, und das war selbst mir zu bl\u00f6de, au\u00dferdem war ich zu schlecht. Zun\u00e4chst waren die deutschen Texte ein Gimmick, aber ich merkte sehr schnell, dass ich mich auf diesem Wege viel unmittelbarer mitteilen konnte, der Effekt bei den Leuten war frappierend. Heute mache ich die Texte meist grunds\u00e4tzlich in Deutsch und \u00fcbersetze sie anschlie\u00dfend, wobei sich wichtige Einzelheiten h\u00e4ufig \u00e4ndern. Naja, und \u00fcberhaupt macht es nat\u00fcrlich viel mehr Spa\u00df, von sich selbst zu erz\u00e4hlen und nicht die Erfahrungen anderer Leute nachzubeten, egal in welcher Sprache.<\/p>\n<p><i>rockin and rollin: Eure Lieder haben mich, schon seit eurem Album \u00bbThe Streets of Elmshorn\u00ab, begleitet und es war damals schon etwas richtig besonderes gewesen. Rockabilly aus Deutschland, dann noch den markanten Hamburger Slang in der Stimme von Michael \u203aTed\u2039 Harbeck und durch die Bank eigene Songs. Dennoch war, neben der ganzen Euphorie, die Skepsis da gewesen, ob euer Musikstil besteht. Hat er, und aus meiner Sicht seit ihr einer der wenigen deutschen Bands die sich sowohl musikalisch, wie auch textlich kontinuierlich weiterentwickelt habt. Wo fr\u00fcher mehr Lieder \u00fcber Partys, Feiern und drauf machen zu finden waren sind heute Texte anzufinden, welche tiefsinniger sind und auch Problematiken ansprechen. Wie kam es zu dieser Entwicklung?<\/i><\/p>\n<p>Michael 'Ted' Harbeck: Nun, irgendwann war eben alles gesagt zu durchzechten N\u00e4chten, langen Sakkos, dicken Sohlen und dem ganzen anderen Kram, der junge M\u00e4nner damals zu ganzen Kerlen machte. Und dann? Viele Bands haben dann den Zenit ihrer M\u00f6glichkeiten erreicht und ergehen sich f\u00fcr die Restlaufzeit in Wiederholung des Bekannten. Davon ist nat\u00fcrlich niemand frei, aber unser Anspruch ist und war stets ein anderer: Wir haben unsere Musik immer als Spiegel unserer Leben betrachtet, und das ist mit den eben erw\u00e4hnten Jungm\u00e4nnerbl\u00f6deleien ja nicht vorbei. Also braucht es Texte \u00fcber die Themen, die gerade aktuell sind, sonst ist die Musik losgel\u00f6st von der gelebten Realit\u00e4t, und sowas wird sofort auf Kosten der Glaubw\u00fcrdigkeit gehen. Glaubw\u00fcrdigkeit ist aber der Eckstein des Ganzen. So kamen dann der Tod, das Leid, die Depression, dunkles Begehren, die Melancholie, die Magengeschw\u00fcre und die kaputten Knie in unsere Texte, jippie\u2026<\/p>\n<p><i>rockin and rollin: Ich finde es immer interessant, wenn man im Internet einige Diskussionen zu euch und eurer Musik verfolgt. Es gibt in Punkto \u00bbMafia\u00ab allen Anschein ja nur zwei Sichtweisen, entweder man liebt euch oder man hasst euch. Was ich sehr gut finde, es ist euch allen Anschein nach \u00bbLatte\u00ab und ihr geht als Band unbeirrbar euren eigenen Weg. Und das schon seit \u00fcber 30 Jahren. Wie geht ihr mit diesen Diskussionen um?<\/i><\/p>\n<p>Michael 'Ted' Harbeck: Gar nicht, denn wir sind in diese Diskussion in Wirklichkeit gar nicht involviert. Es geht doch gar nicht um unsere Texte und schon gar nicht um die \u201eRaffinesse des Einfachen\u201c, mit der wir, mal ganz unbescheiden formuliert, unsere Musik machen. Das ist den Leuten bei den Diskussionen, die ich im Netz gesehen habe, total egal gewesen. Es geht dort meines Erachtens in erster Linie darum, sich u.a. mit Hilfe der Rockabilly Mafia selbst zu positionieren. Divise: Daumen hoch, Daumen runter, ich bin daf\u00fcr oder dagegen, also bin ich. Wie gesagt, mit uns und unseren Beweggr\u00fcnden hat das gar nicht zu tun, und ich pers\u00f6nlich m\u00f6chte auch gar nicht damit zu tun haben. Wir machen Musik, deshalb fehlt uns die Zeit, dar\u00fcber zu reden.<\/p>\n<p><i>rockin and rollin: Man kann ja auch einmal das Blatt wenden und nicht den Blick der Szene auf euch als Band nehmen, sondern den Blick von euch als Band auf die deutsche Rockabilly-Szene der 80er wie auch heute. Wie seht ihr die Entwicklung und eure pers\u00f6nliche Meinung dazu? Gibt es Unterschiede zwischen damals und heute? <\/i><\/p>\n<p>Michael 'Ted' Harbeck: Wieder so eine Frage, \u00fcber die man ein Buch schreiben m\u00fcsste. Ja, es ist alles komplett anders, und es ist in Bezug auf unsere Musik so belanglos wie eh und je: Wir haben immer, also in den 80igern und auch heute sowie in der ganzen Zeit dazwischen unseren eigenen Kram gemacht und damit unser Publikum erreicht. Unsere Musik hat sich auf ihre ganz eigene Art entwickelt, wie das mit Dingen passiert, die Zeit haben und brauchen. Ehrlich gesagt waren wir immer neben dem Trend und sind auf unsere Art so auch immer aktuell geblieben. Jede Zeit hat ihre Besonderheiten, Haarspraylocken oder Hipstervollbart, Lederweste oder Bundfaltenhose, jedem erscheint das d\u00e4mlich, was die Anderen gerade machen. Die Jungen gegen die Alten, die Greaser gegen die Psychos. Jungs gegen M\u00e4dchen. Bin ich hier im Kindergarten oder was? Das ist mir alles sowas von schei\u00dfegal und ich habe keine Lust auf dieses \u201eWei\u00dft du noch, damals\u201c-Gelaber. Nat\u00fcrlich liegt inzwischen mehr hinter als vor einem, und genau deshalb habe ich keine Zeit zur Retrospektive. <\/p>\n<p><i>rockin and rollin: Deutsch, englisch, ihr scheut in eurer Musik beide sprachlichen Richtungen nicht, und entgegen vieler anderer Bands mischt ihr Songs beider Sprachen auch bewusst in euren CD\u2019s. Bestimmter Hintergrund dazu oder einfach nur so? <\/i><\/p>\n<p>Michael 'Ted' Harbeck: Mit den englischen Texten punkten wir weltweit, mit den deutschen hier. Nur in deutscher Sprache zu texten war und ist mir zu wenig, auch wenn man das h\u00e4ufig nicht wahrnimmt, wir hatten immer einen kosmopolitischen Anspruch. Die Dinge, die uns Menschen bewegen, sind \u00fcberall gleich. Da ist Englisch ein probates Mittel. Es ist andererseits eine Freude, mit meiner Muttersprache Deutsch die Leute direkt zu erreichen. Immer, wenn wir im Ausland sind, spielen wir auch ein paar deutsche Titel, um zu zeigen, woher wir kommen. Wir machen das in dem Bewusstsein, dass dies eine gro\u00dfe Welt mit vielen gleichwertigen Heimaten ist. Das ist der Unterschied zwischen Patriotismus und Nationalismus. <\/p>\n<p><i>rockin and rollin: Aber einmal ein Blick zur\u00fcck, das pers\u00f6nliche Feeling beim ersten Live-Auftritt? Und dazu im direkten Vergleich, euer Gef\u00fchl als euch vor zwei Jahren bewusst wurdet..mensch, das sind jetzt 30 Jahre \u00bbRockabilly Mafia\u00ab?<\/i><\/p>\n<p>Michael 'Ted' Harbeck: Komisch, beide Fragen geh\u00f6ren zusammen, denn einer unserer sehr fr\u00fchen Auftritte f\u00fchrte uns Ostern 1987 erstmals auf die B\u00fchne der Markthalle in Hamburg. Ich wei\u00df noch, ich guckte auf den abgeschabten Bretterboden und dachte: \u201eAha. Die Bretter, die die Welt bedeuten.\u201c Wir bekamen 150 Mark, aber nicht in bar, sondern als Plattengutschein. Das Bild auf der R\u00fcckseite von \u00bbStreets of Elmshorn\u00ab zeigt uns an jenem Abend. Wir waren voll bis \u00fcber die Ohren, aber wir hatten den Leuten einen ganzen Set mit eigenen St\u00fccken um die Ohren gehauen. Ein unbeschreiblich tolles Gef\u00fchl. Zum 30. Jubil\u00e4um standen wir an gleicher Stelle und ich dachte: \u201eDie haben den Fu\u00dfboden gemalt. Kann\u2019s mal sehen.\u201c Da schloss sich schon ein gewaltiger Kreis. Ich war sehr ger\u00fchrt, auch weil viele Leute von damals noch dabei waren, gar nicht so wenige aber auch nicht mehr. Schon komisch. Die Zeit ist wirklich schnell vergangen.<\/p>\n<p><i>rockin and rollin: Eine kleine interessante oder lustige Anekdote aus den \u00fcber 30 Jahren \u00bbRockabilly Mafia\u00ab? <\/i><\/p>\n<p>Michael 'Ted' Harbeck: Eine? Hunderte! Aber im Moment f\u00e4llt mir keine ein.<\/p>\n<p><i>rockin and rollin: Es gab da so zwei Alben, die ich auch mein eigen nenne, das eine ist \u00bbDer Norden haut drauf!\u00ab und die Antwort dazu \u00bbDer Ruhrpott schl\u00e4gt zur\u00fcck!\u00ab. Obwohl die Entstehungsgeschichte zu \u00bbDer Norden haut drauf!\u00ab ein trauriger Hintergrund ist, das Album ist ja der verstorbenen Heidi D\u00f6rr gewidmet, ist es dennoch ein sehr interessantes und musikalisch gemischtes Album geworden mit einer echt coolen Antwort aus dem Pott. Kurz eurer R\u00fcckblick dazu und ist dieses \u00bbmusikalisch gegenseitig den Ball zuwerfen\u00ab eigentlich nicht wiederholungsbed\u00fcrftig?<br \/>\nUnd gleich noch eine Nachfrage zu \u00bbDer Norden haut drauf!\u00ab, welche ich mir nicht verkneifen kann ... EBS-Allstarband und \u00bbDie Bierbrauerin\u00ab ... warum ist das Lied mit auf dem Album gelandet und was ist die Geschichte hinter dem Song und der EBS-Allstarband?<\/i><\/p>\n<p>Michael 'Ted' Harbeck: Auch diese Fragen m\u00f6chte ich zusammenfassen. Ich bin meiner Erinnerung nach seltsamer Weise noch nie dazu befragt worden, deshalb gibt es jetzt eine Premiere: Zun\u00e4chst vielleicht zu Heidi D\u00f6rr, der das Album ja gewidmet war: Sie und ihr Mann Achim betrieben in Hamburg die Boutique \u201eCharmeuse\u201c, in der ich zum Ende meines Studiums auch ein paar Jahre gearbeitet habe und die untrennbar mit den Jugendsubkulturen der Stadt verbunden war. Hier kaufte man Martins, Ranger, Cox-Creeper, Drapes, Harringtons, Fred Perry Sachen sowie Buttons und son Zeuch. Der Laden war eine Institution, und als Heidi starb, starb ein gro\u00dfer Teil der Seele des Ladens. Wir hatten im Fr\u00fchjahr 1990 ein paar Aufnahmen gemacht, und ich wei\u00df noch, wie ich Heidi sagte: \u201eN\u00e4chstes Mal bring ich die Aufnahmen mit rein, ich hab jetzt keinen Bock, sie zu holen.\u201c Es gab kein n\u00e4chstes Mal. Sie hat die Aufnahmen nie geh\u00f6rt. Ich hatte mich mit der Idee getragen einen Sampler zu machen und diverse Bands kontaktiert. Zu diesem Zeitpunkt sollte das Ding noch \u00bbGraveyard Rockabilly\u00ab hei\u00dfen, und das Label tr\u00e4gt auch diesen Titel, da es schon so weit fertig war. Als klarer wurde, dass Achim die Platte finanzieren wollte, baute ich das Cover nochmal um und ersetzte das eigentlich geplante Friedhofstor durch so eine Explosion, in der die Bandnamen standen, ich fand den ersten Entwurf irgendwie taktlos. F\u00fcr die R\u00fcckseite machten wir dann ein Bild vor dem Laden. Der Titel ist \u00fcbrigens eine Verballhornung: Zu dieser Zeit hatte Astra m\u00e4chtige Imageprobleme und startete eine peinliche Werbekampagne, Slogan: Astra \u2013 Der Norden taut auf. Das fand ich doof und machte draus \u00bbDer Norden haut drauf!\u00ab Achim lie\u00df mich noch ein Poster dazu machen, fertig war die Legende. Zu den Aufnahmen brauche ich vielleicht nicht so viel zu sagen, es sind typische Produkte dieser Zeit und ich mischte mich bei den anderen Bands \u00fcberhaupt nicht ein, sondern \u00fcbernahm die fertigen B\u00e4nder. Wer dazu mehr wissen will, lese meine Diplomarbeit \u00bbIch mach mir meine Goldene selbst\u00ab, denn ich habe \u00fcber die Produktion dieser Scheibe meine Abschlussarbeit geschrieben. Nun zur Bierbrauerin. 1990 war die Mafia 5 Jahre alt, wir hatten 2 LPs und diversen Kleinkram produziert sowie Lizenzen f\u00fcr Liveaufnahmen vergeben, insgesamt waren das so etwa 50 St\u00fccke Repertoire, wir konnten also nicht mal die H\u00e4lfte davon auf einem Konzert spielen. Und uns fiel immer noch mehr ein. Trotzdem wollten die Leute schon damals immer die \u00e4ltesten Kamellen h\u00f6ren, vor allem die Bierbrauerin. Das war anfangs noch ganz witzig, nervte aber dann doch, weil wir immer neue St\u00fccke nachschoben. Ich dachte mir: \u201eVer\u00f6ffentlichen wir den Kram doch, dann h\u00f6ren sich die Leute das auf Platte an und es l\u00e4uft sich tot.\u201c Der Livetake ist nat\u00fcrlich nicht von der EBS-Allstarband, die hat es nie gegeben. Es ist die Erstbesetzung der Mafia vom ersten Konzert in der EBS\/Elmshorn im April 1986, daher der Name. \u00bbProtomafia\u00ab nannte ich das sp\u00e4ter. Auf diese Weise hatten wir das erste Mal unser Repertoire von Altlasten befreit, und das funktionierte ganz gut. Seitdem haben wir immer wieder St\u00fccke, die uns nicht mehr passten, aus dem Fundus entfernt. Gibt ja alles auf Platte. Heute, mit ca. 200 Songs, k\u00f6nnen wir nur noch 10% unserer Lieder bei einem Auftritt spielen, und es sind nat\u00fcrlich immer die Falschen! Ach ja, der Ruhrpott: Zu dieser Platte kann ich eigentlich gar nichts sagen, sie entstand ohne unser Zutun, wir haben niemanden einen Ball zugespielt, aber die Pottbands haben unsere Platte wohl als Anregung begriffen und ihren ganz eigenen Kram draus gemacht. Wieso auch nicht? Diese lokalpatriotischen Platten passten in die Zeit, es gab dann ja auf Part-Records auch noch die Samplerreihe \u00bbDas Beste des deutschen Rockabilly\u00ab. Als ich dann auf einem Cover Helmut Kohl mit Tolle sah, war die Sache f\u00fcr mich durch. Heute hat das Internet alle Gebietsgrenzen aufgehoben, ich glaube nicht, dass es noch einmal eine Entwicklung hin zu extrem lokalen Strukturen wie in den 80\/90iger Jahren geben wird. Wir sind ja alle so global. Aber man wei\u00df ja nie\u2026<\/p>\n<p><i>rockin and rollin: Wenn ich richtig liege, 19 Ver\u00f6ffentlichungen in 32 Jahren, regelm\u00e4\u00dfige Touren, eine der wenigen Bands ohne Aufl\u00f6sungen, Neugr\u00fcndung, Wiederanfang oder sonst was - sondern kontinuierlich durchgepowert. Wo ist euer Ruhepool zum Kraft tanken und woher nehmt ihr diese Power?<\/i><\/p>\n<p>Michael 'Ted' Harbeck: Ich war mir eigentlich schon sehr fr\u00fch dar\u00fcber im Klaren, dass es einen deutlichen Unterschied zwischen Beruf und Berufung gibt. Meine Berufung ist die Rockabilly Mafia, aber die T\u00fccke liegt darin, dass einen so eine Berufung auffrisst und gleichzeitig an Echtheit verliert, wenn man von ihr leben muss. Auch hat es keinen Zweck, sich f\u00fcr die Musik aufzusparen, also mit einem letztendlich ungeliebten Broterwerb zu w\u00e4hlen, um dann am Wochenende einen Traum zu leben, der nicht hinhaut (siehe oben). F\u00fcr mich hat es also nur die folgende L\u00f6sung gegeben: Ich habe meine zweitliebste Besch\u00e4ftigung, das Bibliothekswesen, zu meiner Arbeit gemacht, um meine Allerliebste so leben zu k\u00f6nnen, wie ich will. Ich glaube, das gilt mit graduellen Unterschieden f\u00fcr Tex und Bj\u00f6rn genauso. Unsere Berufe sind anstrengend und erf\u00fcllend, wir sind jeder auf seine Weise erfolgreich in dem, was wir tun und k\u00f6nnen diese Professionalit\u00e4t m\u00fchelos auf die Mucke \u00fcbertragen. Wir machen nur die Auftritte, die uns passen und arbeiten mit Leuten, die wir m\u00f6gen. Im Privaten lassen wir es dann heute eher ruhig angehen und genie\u00dfen die Segnungen des Familienlebens, wie verschieden das auch aussieht. Das ist unser Geheimnis, das ist unsere Freiheit, \u2026und das ist gleichzeitig eine perfide Bankrotterkl\u00e4rung f\u00fcr den Beruf des Profimusikers, denn seine Existenz kann man so nicht sichern. Zum Gl\u00fcck war das nie ein Hemmschuh f\u00fcr unsere Kreativit\u00e4t. Das Internet hat das \u00fcbrigens auch nicht besser gemacht: F\u00fcr die Millionen Clicks auf der U-Tube haben wir nie auch nur einen Cent gesehen. Das mal nebenbei.<\/p>\n<p><i>rockin and rollin: Gibt es ein Album, wo ihr sagen w\u00fcrdet, das w\u00fcrdet ihr neu und komplett anders machen, oder hat jedes Album f\u00fcr sich seine Geschichte und ist so perfekt, wie ihr es euch vorgestellt habt? Eure aktuelle Ver\u00f6ffentlichung \u00bbRow\u00ab ist aus meiner Sicht inhaltlich wie auch musikalisch euer bestes Album. Wie ist das Album entstanden und euer pers\u00f6nlicher Blick zu \u00bbRow\u00ab?<\/i><\/p>\n<p>Michael 'Ted' Harbeck: Mir gefallen die Alben eigentlich alle nur als Produkte ihrer Zeit. Ich dachte meistens nach ein paar Wochen: \u201eMist, das spielen wir jetzt viel besser. Der Sound ist so auch doof.\u201c Nat\u00fcrlich hatten alle Platten ihre Highlights, aber so richtig zufrieden waren wir alle nie. Wahrscheinlich muss das so sein. Keine Regel ohne Ausnahme: \u00bbRow!\u00ab ist jetzt zwei Jahre alt und diese Platte finde ich immer noch total klasse. Unsere beste Scheibe bis jetzt, auch besser als einige der Aufnahmen zu \u00bbJamboree\u00ab von 1993, die vorher meine pers\u00f6nlichen Favoriten waren. Dabei war die Produktion \u00bbRow!\u00ab unsere nervigste Studioepisode in all den Jahren: Nachdem wir alle Songs an einem Tag eingespielt hatten, verlangte unser damaligen Techniker wenigstens eine Woche Zeit zum Abmischen. F\u00fcr mich war das eine total verkehrte Welt. Wir erledigten unsere Arbeit stante pede und sollten dann darauf warten m\u00fcssen, bis ein Dritter seine Kreativit\u00e4t entsprechend focussiert und kanalisiert hatte, um die Kn\u00f6pfe zu drehen? Wir gaben ihm einen Tag. Unter dieser Vorgabe war dann f\u00fcr viel von dem \u00fcber die Jahre etablierten Schnickschnack und Gekurbel keine Zeit. Die Platte klingt im Ergebnis vielleicht gerade deshalb mehr nach uns als jede Platte seit 1999. Wir lernten, uns auf uns selbst und unsere pers\u00f6nlichen F\u00e4higkeiten als Musiker zu besinnen. Und produzieren jetzt anderswo. Eine harte, aber k\u00fcnstlerisch notwendige Entscheidung.<\/p>\n<p><i>rockin and rollin: Ich wei\u00df, man kann es bei euch nachlesen, aber dennoch m\u00f6chte ich die Frage stellen, wie entwickeln und entstehen bei euch neue Songs?<\/i><\/p>\n<p>Michael 'Ted' Harbeck: Da hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Nach den Erfahrungen zu \u00bbRow!\u00ab haben wir wenigstens rudiment\u00e4r in unser \u00dc-Raum-Equipment investiert und proben einmal pro Woche. H\u00e4ufig nehmen wir Fragmente auf, an denen wir zuhause weiterarbeiten. So entstehen die Lieder jetzt deutlich kontrollierter als fr\u00fcher und wir verbummeln auch nicht mehr so viele gute Ideen. Die Endabnahme ist auch viel strenger geworden, die Songs sind einfach reifer, wenn wir sie plattenfertig haben. Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber in meinen Augen waren wir noch nie so gut wie heute. Echt.<\/p>\n<p><i>rockin and rollin: 2015 mit \u00bbRow\u00ab das letzte Album, kann man bald wieder auf ein neues Album von der \u00bbMafia\u00ab hoffen?<\/i><\/p>\n<p>Michael 'Ted' Harbeck: All das eben gesagte wird Konsequenzen haben, wenn wir demn\u00e4chst, wahrscheinlich im September 2017, mit unserem alten Freund Chris von Rautenkranz unsere n\u00e4chste EP mit acht St\u00fccken produzieren werden. Angedacht ist 25cm Vinyl, Arbeitstitel \u00bbSchwarze Rose\u00ab.<\/p>\n<p><i>rockin and rollin: Die ber\u00fchmten \u00bblast words\u00ab einmal f\u00fcr euch an eure Fans!<\/i><\/p>\n<p>Michael 'Ted' Harbeck: Sie bestellen, wir sind da. Wir sind die Rockabilly Mafia. <\/p>\n<p><i>rockin and rollin:  Ich danke euch sehr f\u00fcr das Interview! <\/i><\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit \u00fcber drei\u00dfig Jahren erfreuen die Jungs aus Elmshorn ihre Fans mit ihrem unverwechselbaren Stil, Sound und B\u00fchnenpower. Als Nordkind hat mich die \u00bbRockabilly Mafia\u00ab seit den 80er fest begleitet und mit vielen ihrer Songs verbinde ich f\u00fcr mich pers\u00f6nlich Geschichten voller H\u00f6hen und Tiefen. Vielleicht weil ihre Musik und ihre Texte mit mir zusammen gro\u00df wurden oder weil sie mitunter einfach treffen und ein Teil einer gro\u00dfen Geschichte erz\u00e4hlen. Das muss jeder f\u00fcr sich selber bestimmen. Ich f\u00fcr meinen Teil habe mich sehr gefreut, den Jungs von der \u00bbRockabilly Mafia\u00ab ein paar Fragen stellen zu d\u00fcrfen. Hier ihre Antworten &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5513,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"episode_type":"","audio_file":"","cover_image":"","cover_image_id":"","duration":"","filesize":"","date_recorded":"","explicit":"","block":"","filesize_raw":"","footnotes":""},"categories":[7,3],"tags":[436],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5512"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5512"}],"version-history":[{"count":18,"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5512\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9727,"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5512\/revisions\/9727"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5513"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5512"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5512"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5512"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}