{"id":10921,"date":"2024-01-21T15:41:29","date_gmt":"2024-01-21T14:41:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/?p=10921"},"modified":"2024-01-21T15:41:29","modified_gmt":"2024-01-21T14:41:29","slug":"gespraechsrunde","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/gespraechsrunde\/","title":{"rendered":"auf ein Bier mit Michael &#8222;Ele&#8220; Koch, Frank Klein, Lemmy Lemm und Chris Weidler"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-10921\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-10921-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-10921-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-10921-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_text panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-10921-0-0-0\" >\t\t\t<div class=\"textwidget\"><blockquote><p>Wir vier haben uns auf ein virtuelles Bierchen getroffen und unsere Gedanken aus der Sicht von Musiker, Veranstalter und Konsument zu verschiedenen Themen miteinander geteilt. So geht es um die eigene Anfangszeit in der Szene, die Szene damals und heute, die Musik, die Zukunft unserer Subkultur und einiges mehr. Viel Spa\u00df dabei!<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n\t\t<\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-10921-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-10921-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-10921-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_text panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" >\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p><strong>Ele, wir kennen uns ja schon seit der Anfangszeit der \u00bbLennerockers\u00ab. Ihr hattet damals mit eurer Band einige Konzerte hier in Cuxhaven gegeben und es hatte sich zwischen euch als Band und uns hier in Cuxhaven eine private Freundschaft entwickelt. Ich kann mich noch daran erinnern, wie z.B. an unsere Wohnszimmerkonzerte und wie ich bei euch in Hohenlimburg war und wir mit einigen Bierchen oben bei euch auf einer Burgruine gegrillt haben. Da war auch noch eine englische Band dabei und es war ein super Wochenende gewesen. Mir hatte damals, und das ist bis heute so, eure Begeisterung f\u00fcr die Musik und euer musikalischer Stil sehr gefallen. Und euer Erfolg riss nicht ab und ihr tourtet bis zum Ende der \u00bbLennerockers\u00ab im Jahr 2016 durch die ganze Welt. Nur als ein paar Eckdaten: \u00fcber 2.200 Konzerte in 20 L\u00e4ndern und mehr als 50 000 verkaufte Tontr\u00e4ger. Wenn ich das richtig wei\u00df, dauerte es damals nur eine kurze Zeit und nach drei Wochen Proberaum kam schon der erste Auftritt der \u00bbLennerockers\u00ab zustande. Wie war aus deiner Sicht deine musikalische Anfangszeit und wie bist du zum Rock\u2019n\u2019Roll gekommen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ele:<\/strong> Mich hat der Rock`n`Roll im Jahre 1979 eingefangen. Ich war 13 und sa\u00df vor dem Radio und h\u00f6rte mir im WDR die aktuellen Neuvorstellungen der Charts an. (damals noch Hitparade genannt). Da kam dann \u201eRockabilly Rebel\u201c von Matchbox! Das hat mich vollkommen weggeblasen und die Nummer ist bis heute der wichtigste Song meines Lebens. Im Februar 1984 haben wir dann die \u00bbLennerockers\u00ab gegr\u00fcndet und es begann f\u00fcr mich eine abenteuerliche, musikalische Reise, von der ich bis heute noch immer nicht zur\u00fcck bin. Seit sieben Jahren hei\u00dft das Gebilde nun \u00bbLenneBrothers Band\u00ab. Mit der Truppe haben wir auch schon wieder \u00fcber 300 Gigs gespielt. Letztes Wochenende waren wir in England und haben beim \u201eWildest Cats Xmas\u201c-Festival in Pakefield gespielt und unter anderem mit Matchbox ordentlich abgefeiert. Das h\u00e4tte ich mir 1979 vor dem Radio echt nicht tr\u00e4umen lassen. Aber manchmal schlie\u00dft sich der Kreis.<\/p>\n<p><strong>Und gleich als n\u00e4chste Frage, ihr steht im Guinness-Buch der Rekorde mit dem Eintrag \u201edas h\u00f6chste Konzert \u2013 Flugh\u00f6he 11.948,16 Meter\u201c, das ihr in einer eigens gecharterten Maschine w\u00e4hrend einer Fanreise nach Mallorca absolviertet. Und des weiteren seid ihr ebenfalls f\u00fcr das tiefste Rock\u2019n\u2019Roll-Konzert in der Musikgeschichte verantwortlich: 502 Meter unter Tage in dem Erlebnis-Bergwerk Merkers im Th\u00fcringer Wald bei Eisenach. Wie kommt man auf solche Ideen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ele:<\/strong> Die Idee zu den Rekord-Konzerten im Flugzeug und im Bergwerk hatten wir nicht selbst. Zu der Zeit gab es eine Booking-Agentur, die sich \u201eVision of Events\u201c nannte und deren Meister J.D.L\u00fctz suchte nach einer Band, die jeden noch so verr\u00fcckten Schei\u00df mitmacht. Da kamen wir dann ins Spiel. War am Anfang auch ganz lustig, aber irgendwann drehte der Typ am Rad.<br \/>\nDa kann sich Lemmy bestimmt noch an ein krudes Telefonat mit L\u00fctz erinnern, als unser \u201eRockabilly Circus\u201c terminlich mit dem Brandenburger Festival kollidierte. Na ja, auf jeden Fall haben wir uns kurz danach von \u201eVision of Events\u201c getrennt und der ganze Budenzauber war Geschichte.<\/p>\n<p><strong>Lemmy:<\/strong> Schon fast vergessen &#8230; Diese Agentur legte ein Weekender genau Anfang August auf unseren Brandenburger Meeting Termin, wenn ich mich richtig entsinne in der N\u00e4he von Burgdorf. Zwei Tage mit auch recht guten Bands. Ich wei\u00df gar nicht mehr, wer wen angerufen hatte, aber in einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch erkl\u00e4rte mir der Knabe sinngem\u00e4\u00df, dass wir unseren Termin, welcher schon jahrelang immer am ersten Augustwochenende stattfand doch zu verschieben, da er bzw. seine Agentur gen\u00fcgend finanzielle Mittel h\u00e4tte dies zu verkraften, wir aber ja wohl eher nicht. Darauf hin riefen wir zu einem gro\u00dfen Boykott von deren Veranstaltung auf, incl Flugbl\u00e4tter, auf denen wir namentlich von fast allen bekannten und aktiven deutschen Bands, DJ\u2018s, Veranstaltern und RnR Labels unterst\u00fctzt wurden. Auch einige Ausl\u00e4nder schlossen sich an. Auch wurden auf anderen Veranstaltungen gezielt die Werbung von denen entsorgt! Damals kannte sich fast alle noch pers\u00f6nlich und es gab einen Zusammenhalt in der Szene!<\/p>\n<p><strong>Frank, seit den 90ern als S\u00e4nger mit den \u00bbHeavy Teddys\u00ab unterwegs, Gr\u00fcndungsmitglied und ehemaliger S\u00e4nger der \u00bbLunatics\u00ab und du stehst mit deiner Musik f\u00fcr Spa\u00df, direkte Texte und bringst mit eurer Musik jeden Saal zum Brodeln. Einfach klasse, ich liebe eure Musik! Wie bist du zu der Rock\u2019n\u2019Roll Musik gekommen und wie war deine Anfangszeit als Musiker?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Frank:<\/strong> Erstmal singen tue ich schon seit Kindheitstagen, schon mit sechs Jahren hab ich schon vor Publikum im Karneval gesungen. Durch meine Eltern, besonders meine Mutter mit ausgebildeter Stimme hat mich daran gef\u00fchrt. Zum Rock`n`Roll bin ich tats\u00e4chlich durch Ted Herold gekommen. Mein erstes Lied was ich geh\u00f6rt habe, war Dixiland Rock. Und von da an war diese Art von Musik halt immer ein Thema von mir. Irgendwann war ich in K\u00f6ln, so 1988, mal in unserer Stammdisco LaLic gewesen. Ich hatte schon ein Paar Bier drin und hab halt so aus Spa\u00df ein Lied von Rudi Carell gesungen. Mich sprach dann damals der Kasi an und meinte: \u201eEh, du kannst ja ganz passabel singen, hast du nicht Lust morgen am Sonntag mit uns in Bonn in ein Studio zu kommen und so drei Lieder einzusingen.\u201c Er sagte, er h\u00e4tte auch noch einen sehr guten Gitarristen, das war dann \u00fcbrigens der Mark. So stand ich also am n\u00e4chsten Tag im Studio und hab aus dem Stegreif mit dreimal vorher die Lieder anzuh\u00f6ren, ohne Englisch zu k\u00f6nnen (das hat sich bis heute nicht ge\u00e4ndert), drei Songs in Englisch eingesungen. Und so kam es dann das ich S\u00e4nger von einer ROCKABILLY BAND wurde. Zum deutschen ROCKABILLY bin ich allerdings durch die Panhandle Alks gekommen. Einmal angeh\u00f6rt und direkt gesagt sowas in der Art will ich auch machen.<\/p>\n<p><strong>Seit der Coronazeit haben sich die \u00bbHeavy Teddys\u00ab in puncto Auftritte etwas rarer gemacht. Ich glaube, ihr sagtet mal, der Grund hierzu liegt bei dem \u00dcberangebot der Konzerte und der leider daraus resultierenden geringen Resonanz des Publikums. Stimmt das so, oder hat das ganz andere Gr\u00fcnde?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Frank:<\/strong> Im Grunde stimmt das. Die Leute sind, aber auch meiner Meinung nach, alle satt. Es gibt ja auch kaum noch Junge Leute, die den deutschen Rockabilly h\u00f6ren wollen. Die Leute sind halt mit alt geworden und es kommen nicht viele junge Leute hinterher. Wo fr\u00fcher noch 140 Leute standen, stehen heute noch 40 Leute rum. Es lohnt sich ja finanziell auch gar nicht mehr. Da Grischa und Mark dieses ja beruflich tun und ihr Geld damit verdienen, k\u00f6nnen sie halt nicht immer bei den Teddys spielen. Wenn ein sch\u00f6ner Auftritt angefragt wird und alle dann tats\u00e4chlich Zeit haben, spielen wir nat\u00fcrlich gerne. Ein Grund ist aber auch, dass es mir gesundheitlich nicht gut ging und ich erstmal das Jahr \u00fcber mit mir selber besch\u00e4ftigt war, um wieder gerade zu kommen.<\/p>\n<p><strong>Lemmy, auch ein Urgestein der Rock\u2019n\u2019Roll-Szene, seit Jahren verantwortlich f\u00fcr klasse Festivals und Konzerte hier im norddeutschen Raum. Wie war dein Weg zu der Rock\u2019n\u2019Roll Musik und wie bist du in die Rolle des Veranstalters gerutscht?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lemmy:<\/strong> Also erstmal zu meiner Person und wie wurde aus Klein-Timo der Lemmy!?<br \/>\nIch, Timo Lemm, wurde 1968 in West-Berlin geboren und war am 20.10.1983 das erste Mal beim Fris\u00f6r, um mir ne Elvis-Locke schneiden zu lassen. Dieses Datum hat sich bei mir eingepr\u00e4gt, da ich genau 1 Jahr sp\u00e4ter zum ersten Mal Matchbox in einer alten Veranstaltungslokation, dem Sudhaus in Berlin sah. Mein erster Spitzname war kurzzeitig \u201eGoofy\u201c wegen meiner gro\u00dfen F\u00fc\u00dfe, aber da gab es schon einen Alt-Ted der so hie\u00df und das war zu damaliger Zeit nicht gut denselben Namen zu haben. Nicht mal aus Sicht von Verwechslungen, sondern eher aus dem Grund \u201eEs kann nur einen geben\u201c und ich zu dieser Zeit noch ein kleines schmales M\u00e4nnchen war. Ich bin in meiner Anfangszeit, noch gut einen Kopf gewachsen. Also wurde ich zum Lemmy, wie ich durch meinen Familiennamen schon in der Oberschule und w\u00e4hrend der Lehre genannt wurde und nicht, wie bis heute noch oft vermutet wird, wegen Lemmy von Motorhead. Mein Veranstaltungsgebiet ist aber eher Berlin und Brandenburg, im Norden hatte ich nur 15 Jahre das Booking f\u00fcr das \u201eRockabilly Earthquake\u201c in Bremen gemacht.<\/p>\n<p>Wie kam ich zum R\u2018n\u2018R!?<br \/>\nVermutlich wie viele damals durch Elvis. Bei mir fing es schon zu Grundschulzeiten an, ich w\u00fcrde behaupten so in der 5 Klasse, so mit ca 10 Jahren, da sa\u00df ich mit meiner Mutter vor dem TV und irgendein Elvis Film wo er mit Cowboyhut dann irgendwelche Lieder sang. Ich muss gestehen, ich wei\u00df heute nicht mehr, welcher Film das damals war.<br \/>\nJedenfalls sagte ich zu meiner Mutter das mir diese Cowboymusik gut gef\u00e4llt. Meine Mum sagte dann, das ist Rock`n`Roll und das ist Elvis und holte gleich nach dem Film ihre RCA Doppel-Lp von ihm raus und spielte diese mir vor, anschlie\u00dfend noch ihre Single von Ted Herold mit Moonlight. Diese befinden sich heute noch in meinem Besitz und waren damit mein erstes Vinyl. Ab diesem Zeitpunkt bekam ich dann auf meinen Wunsch zum Geburtstag und Weihnachten immer Kassetten (meist von EUROPA) mit Bill Haley, Little Richard, Chuck Berry, etc. aber nat\u00fcrlich auch Elvis, Johnny, Chubby Checker und irgendwelche Sampler. Diese Musik hat mich also fast mein ganzes Leben begleitet, nur ca 80-83 war ich voll im Deutsche Welle Wahn, ich hatte alle Kassetten, die es davon gab. \ud83d\ude09<br \/>\nAber seit dem 20.10.83 gab es f\u00fcr mich dann keine andere Musik mehr, nicht mal ein Radio habe ich besessen geschweige denn geh\u00f6rt! Zu dieser Zeit fing ich dann auch an mir die ersten Platten zu kaufen, erst die, wo ich zuvor die Kassetten hatte, aber auch sofort Buddy, Gene, Eddie, etc die ersten SUN-Sachen und nach Elvis war dann mein zweites Idol Gene Vincent. Viel damals auf Flohm\u00e4rkten wo man zu dieser Zeit echt noch viel und gutes bekam. Ca 85\/86 hatte ich dann Gene Vincent mit Nieten auf meiner ersten Lederjacke. Dann ca 87 verfiel ich dem British-Rockabilly und dem Teddyboy R\u2019n\u2019R, welche heute noch meine Favoriten sind. Neben R\u2019n\u2019R &amp; Rockabilly h\u00f6re ich aber auch traditionell Country vom Stil bis ca 1965, Doo Wop, Swing, Jumpin Blues etc. Also alles was irgendwie mit den 40\/50ern zu tun hat incl. deren Spielarten bis heute. Nur an Psychobilly bin ich bis heute noch nicht rangekommen, obwohl so einige Kontrabassisten dort fantastisch slappen!<br \/>\nAls ich 1987 bei den Berliner Louisiana Reb\u2018s beitrat, einen Ableger der D\u00fcsseldorfer\/Ratinger welche es schon seit Ende der 70er Jahre gab, veranstalteten wir kleine Partys und Konzerte. Seit Anfang der 90er beteiligte ich mich dort dann auch aktiv in der Planung. Seit dieser Zeit dann auch eigene Konzerte und Record Hops, sowie viele Bookings f\u00fcr private Partys, Biker-Clubs, Kneipen und Bandvermittlung bei anderen Veranstaltungen. Diese nach den Louisi\u2018s, mit East-Side-Concerts, den Preu\u00dfen Reb\u2018s, als Einzelperson oder auch mit meiner Ehefrau Stephie und aktuell mit den Black Jacks, einem urspr\u00fcnglich 1990 in der Schweiz gegr\u00fcndeten Rockabilly Club. Regelm\u00e4\u00dfige Veranstaltungen sind das Brandenburger Rock\u2019n\u2019Roll &amp; Rockabilly Meeting, welches es seit 1995 gibt, das Rockabilly Earthquake bei dem ich jetzt f\u00fcr 15 Jahre das Booking gemacht hatte, sowie in Berlin das Rockin\u2019 in the Forest, Country in the Forest, Rockin\u2018 Rollin\u2018 &amp; Bowlin\u2018, die Town-Trips oder auch Rockabilly in Walltown-City.<br \/>\nAber ich bin nicht nur Veranstalter oder Booker, sondern in erster Linie aktives Szenemitglied und seit 1985 Deutschland und europaweit auf Konzerten und Partys unterwegs. Aber habe auch durch \u201eunsere\u201c Musik viele Freund- und Bekanntschaften in Nord- und S\u00fcdamerika, Japan und Australien. So viel zu meiner \u201eVeranstalter Karriere\u201c.<\/p>\n<p><strong>Chris:<\/strong> Dann stelle ich mich auch einmal kurz vor, ich wurde, als ich 14 Jahre alt war von einem Kumpel mit zu einer Party mitgenommen und so lernte ich die Rock\u2019n\u2019Roll-Szene hier in Cuxhaven kennen und war sofort Feuer und Flamme daf\u00fcr gewesen. Die Musik, die Leute, das Miteinander hatte mich sofort in seinen Bann genommen. F\u00fcr meine Mutter war es ein Schock und sie tat es als Modeerscheinung ab, welche bald vorbei sein w\u00fcrde. Na ja, diese \u201eModeerscheinung\u201c blieb bis heute bestehen und mittlerweile bin ich 56 Jahre alt. Ansonsten kennt man mich vielleicht durch mein Rock\u2019n\u2019Roll eZine \u201eRockin\u2018 and Rollin\u201c, welches ich in meiner Freizeit seit ein paar Jahren betreibe. Musikalisch bin ich sehr breit aufgestellt, obwohl ich Kind des Neo-Rockabilly bin, liebe ich jede Stilrichtung des Rock\u2019n\u2019Roll und es passt f\u00fcr mich, das auch f\u00fcr mich individuell zu mischen. Dazu kommt noch Rhythm Blues und Blues und alles hat f\u00fcr mich seine Berechtigung.<\/p>\n<p><strong>Mal eine Frage an euch alle, wenn ihr an eure Anfangszeiten in der Szene zur\u00fcckdenkt und die mit heute vergleicht, hat sich die Szene musikalisch ver\u00e4ndert? Und hat sich die Szene an sich auch ver\u00e4ndert, und ich meine hierbei nicht das die Szene an sich einfach \u00e4lter geworden ist?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lemmy:<\/strong> Wenn damals hier Konzerte war, dann traf sich die gesamte Szene und nicht wie heute oft in Musikrichtungen unterteilt. Nach der Wende kam wieder mehr Bewegung in die Szene und es wurde wieder vermehrt getanzt, denn die Szene aus dem Ostteil war noch komplett im 50ties Modus. Bis auf ne Truppe aus Potsdam die in Jeans und Leder auf ihren AWO Mopeds durch die Gegend fuhr, waren fast alle in originalen Sachen der deutschen 50er unterwegs. Klar wurden sofort auch die Berliner Szenel\u00e4den wie z. B. das Blue Moon gest\u00fcrmt und sich mit englischen oder amerikanischen Stilen einzukleiden. Mitte der 90er waren dann die Ost und West Szene vermischt und auch die einzelnen Untergruppierungen r\u00fcckten wieder mehr zusammen. Von Mitte der 80er bis Ende der 90er gab es szeneintern auch viele Schl\u00e4gereien zwischen den einzelnen Gruppierungen, Clubs etc., aber das ist inzwischen zum Gl\u00fcck vorbei. Selbst aus unterschiedlichen Szenen sitzen heute die alten Leute friedlich zusammen, welche sich vor 30 Jahren noch bei jeder M\u00f6glichkeit ins kloppen bekamen. In Hamburg gibt es heute sogar einen gemeinsamen Stammtisch! Ab 2000 wurde dann insgesamt die Szene kleiner und der wirkliche Nachwuchs fehlt bis heute. Man ist ja schon froh, mal nen Einzelnen zu treffen der Anfang 20 ist, aber der muss dann leider auch mit Leuten in der Altersklasse seiner Eltern vorliebnehmen und meist wenden diese sich dann zu 90% der Liebe wegen wieder ab. Wer will schon mit seiner Mutti ins Bett &#8230; Die gr\u00f6\u00dften Veranstaltungen heute laufen aber auch nur noch da die Szene sich nach au\u00dfen und auch sogenannten Weekendteds \u00fcber ge\u00f6ffnet hat. In Berlin hatten jahrelang sogenannte Authentiker die Szene beherrscht, aber die letzten Jahre entwickelt es sich immer mehr zu einer T\u00e4nzerszene, sch\u00f6n anzusehen, aber mit der urspr\u00fcnglichen RnR\/Rockabilly Szene hat das nicht mehr viel gemeinsam. Viele kleiden sich nur am Wochenende entsprechend und zu Hause l\u00e4uft das Radio und tanzen k\u00f6nnen sie nur nach Liedern zu denen sie es gelernt haben oder nur den boogie und jivelastigen Sachen. Zu Crazy Cavan, Gene Vincent oder alten SUN Rockabilly Liedern k\u00f6nnen diese es in der Regel nicht und kennen diese Lieder und Interpreten meist auch nicht. Fr\u00fcher waren Veranstaltungen von der Szene f\u00fcr die Szene und wenn du da nicht drin warst, bist du weder an die Bands noch an die G\u00e4ste gekommen, das galt f\u00fcr alle Szenen\/Subkulturen. Das \u00e4nderte sich leider mit dem Internetzeitalter, wo jeder jeden buchen konnte, auch Szeneau\u00dfenstehende auf die immer wieder kommende RnR-Welle aufsprangen. Ein Besitzer von einem Innenstadtclub mit eigenen Getr\u00e4nkeverkauf und Stammkundschaft hat nat\u00fcrlich kaum ein Risiko und hat sich auch nie um Szenetermine gek\u00fcmmert, aber der einzelne Szeneveranstalter der meist auf dem Dorf oder am Stadtrand etwas machte, merkte das im eigenen Portemonnaie. Auch da viele der Szene aus eigener Bequemlichkeit lieber den kommerziellen Innenstadtclub besuchten und wegen dem \u00dcberangebot auch keine f\u00fcnfzig oder hunderte Kilometer mehr fuhren, blieben die einzelnen Szeneveranstalter auf der Strecke. Auch Touren f\u00fcr Bands lohnen sich kaum noch, da es nicht wirklich unter der Woche Auftrittsm\u00f6glichkeiten gib und ja auch die Kosten f\u00fcr Eintritt, Benzin, Hotels, sowie Essen &amp; Trinken extrem gestiegen sind. Die meisten von uns \u201ealten S\u00e4cken\u201c k\u00f6nnen nicht mehr so, wie sie noch gerne m\u00f6chten, finanziell muss man heute auch viel mehr rechnen und eine noch fanatische Szenejugend, welche durch halb Deutschland irgendwelchen Bands hinterher reist, kennt man ja leider nur noch aus den Geschichtsb\u00fcchern. Als reiner Szeneveranstalter hat man es heute echt schwer \u00fcberhaupt noch etwas zu machen, jedenfalls gr\u00f6\u00dfere Konzerte mit mehreren Bands. Viele alte Weggef\u00e4hrten sieht man in seiner eigenen Gegend echt selten, diese verbinden ihre Freizeit und finanziellen Mittel lieber mit Urlaub und fliegen 2-3 x im Jahr auf die spanischen oder italienischen Festivals am Mittelmeer oder zu den englischen Weekendern.<br \/>\nDie wirklichen Szenen bzw., Subkulturen, wie in den 70er und 80er wird es vermutlich in 10-15 Jahren gar nicht mehr geben, das Problem betrifft aber nicht nur uns.<\/p>\n<p><strong>Frank:<\/strong> F\u00fcr mich ist es immer schwer, \u00fcber die Rockabillyszene zu schreiben da ich ja immer der Pschobilly war der aber Rockabillymusik gemacht hat. Ich bin halt zu 95 % auf Psychobilly Konzerte gefahren.<br \/>\nUnd es war am Ende der 80er und in den 90er Jahren nicht so ungef\u00e4hrlich als Psychobilly auf ein Rockabilly geschweige auf ein Crazy Caven Konzert zu fahren ohne Gefahr zu laufen ein paar Schellen zu kassieren. Anders herum war das schon etwas besser. Ich war halt jung und wollte lieber Pogo im Pit tanzen als Jive. Ich stand halt immer zwischen den St\u00fchlen. Dass sich das zu heute ge\u00e4ndert hat, kann man schon daran erkennen, dass mein Kumpel Grischa der Bassman von Demented bei den Heavy Teddys mitspielt. Damals w\u00e4re das wohl so nicht m\u00f6glich gewesen. Ich wei\u00df noch als Ted Harbeck gesagt hat \u201ePsychobilly, was das mit Rock\u2019n\u2018roll zu tun hat w\u00fcrde er gerne mal wissen\u201c.<br \/>\nUnd dann hat die Mafia beim Lonsome auf dem Psychobillyfestival gespielt und wurden dort sowas von abgefeiert.<br \/>\nSo \u00e4ndern sich halt die Zeiten.<br \/>\nAber mittlerweile verkitscht die Szene immer mehr zu einer Modeerscheinung, treffe \u00f6fters mal auf Leute die halt nur so rumlaufen, aber nicht wissen wer z.b. Gene Vincent war (Elvis kennen sie ja zum Gl\u00fcck noch). Auch viele Leute, die aus der Baseballs-Ecke kommen, sich aber dadurch auch mal auf ein Rockabilly Konzert wagen. Aus einer Subkultur, die auch viele Leute aufgefangen hat, egal was man war oder wie man ausgesehen hat, oder schlau oder dumm oder behindert war. Hauptsache man mochte die Musik, es geht heute halt immer mehr um die Mode, gesehen und gesehen werden, und nicht mehr um die beste Musik der Welt.<br \/>\nIch f\u00fcr mich h\u00f6re auch viel Deutschpunk Abst\u00fcrzende Brieftauben und Slime z.b. die alten Sachen.<br \/>\nAber sobald der Kontrabass geklackert ist es vorbei egal ob Psychobilly, Rockabilly, Swing oder sonst was, da geht es heute noch mit mir durch.<br \/>\nIch war zuletzt noch auf dem Ray Collins Konzert in K\u00f6ln und war mal wieder hell auf begeistert.<br \/>\n(Ich w\u00fcrde ja da gerne mal Minnie the Moocher singen).<br \/>\nIch glaube, jeder von uns k\u00f6nnte B\u00fccher f\u00fcllen, mit dem was er erlebt hat und heute noch erlebt.<\/p>\n<p><strong>Chris:<\/strong> Hier in Cuxhaven waren wir damals ja mehr autark gewesen, in puncto Livemusik lief hier bei uns wenig ab, au\u00dfer eine Rock\u2019n\u2019Roll Band wurde hier mal von der Stadt f\u00fcr eine Veranstaltung gebucht. So lernten wir damals ja auch Ele und die Lennerockers kennen. Ansonsten war es damals eher so, irgendjemand brachte von irgendwoher ein Flyer mit und wenn es passte, hie\u00df es, einen ausw\u00e4hlen der schon einen F\u00fchrerschein hatte und dann ab und die Zelte und palettenweise \u201eAldis Rache\u201c in den Kofferraum und los zu dem Konzert. Es gab damals ja noch kein Internet oder Handys, so waren diese kleinen Flyer alles, was uns auf Konzerte aufmerksam machte. Die meisten Ziele waren damals das Rockabilly Showdown in der Fabrik in Hamburg, das Wolfburger Rock\u2019n\u2019Roll Jamboree und die Konzerte in Hannover und Bremen. Von kleinen Auftritten einzelner Bands irgendwo in Norddeutschland bekamen wir weniger mit, meistens auch nur durch Zufall. Aber das Wolfsburger Rock\u2019n\u2019Roll Jamboree war schon ein fester Bestandteil bei mir gewesen. Ansonsten machten wir hier bei uns unsere Partys, sei es am Strand, bei jemanden zuhause oder ein Treffen mit ausreichend vorgl\u00fchen, um dann die L\u00e4den in unserer Kleinstadt unsicher zu machen. Klar gab es bei uns auch immer wieder mal Schl\u00e4gereien, sei es mit Mods und oft mit Poppern. Jedenfalls kamen wir mit den Mods und haupts\u00e4chlich mit den Poppern nie auf eine Wellenl\u00e4nge und es ist oft ausgeufert. Aber daf\u00fcr, wir waren ja hier eine kleine Gruppe gewesen, haben wir uns auf unseren Partys auch oft mit anderen Subkulturen gemischt und es gab hier so einige Partys zusammen mit den Punks und Cuxhaven damals einzigen Skinhead. Lief, man kannte sich aus der Schule und alle \u201eschwammen gegen Strom\u201c. Entgegen anderen St\u00e4dten hatte uns unsere Subkulturen durch die geringe Anzahl der Leute damals schon miteinander verbunden. Aber ich finde, wir hatten damals auch viel Spa\u00df gehabt, alles war unbeschwerter, man hat weniger nachgedacht und ist dadurch auch sich weniger selbst im Wege gestanden. Auch in puncto Klamotten lief es anders ab, man riss bei einem Baumwollhemd die \u00c4rmel ab, kaufte sich eine Hose bei C&amp;A und wenn man mal was Besonderes wollte, ab in den Zug nach Hamburg und die Secondhand L\u00e4den durchw\u00fchlen. Heute ist die Zeit anderes geworden, aber dass liegt auch an mir selber. Mittlerweile genie\u00dfe ich es mehr, eine Band in einer kleinen Kneipe zu sehen, anstatt auf ein Festival zu gehen. Und die sehr wenige Freizeit die ich beruflich bedingt habe mehr gezielt zu setzen. Da steht die Familie schon oft vor einem Konzertbesuch. Doch ich sehe auch Positives an der heutigen Zeit. Dank des Internets und Diensten wie YouTube und Facebook finde ich f\u00fcr mich st\u00e4ndige neue Bands, von denen ich bis dato noch nie geh\u00f6rt habe, deren Musik mir sehr gut gef\u00e4llt und von denen ich mir dann, wenn m\u00f6glich, eine CD kaufe. Ich finde diese musikalische weltweite Vielfalt unserer Szene schon genial. Aber ich denke, ich mag mich auch t\u00e4uschen, da ich es damals pers\u00f6nlich einfach nicht so empfunden habe, dass die Szene heutzutage politischer als damals geworden ist.<\/p>\n<p><strong>Ele:<\/strong> Wir kommen hier in Hohenlimburg an der Lenne ja eher vom Lande und mussten in den 80ern immer irgendwo ins Ruhrgebiet fahren, um hin und wieder Mal eine gute Band zu sehen. Zum Beispiel in den Schlo\u00dfkeller nach Oberhausen, wo wir zum ersten Mal die Jets und die Chevy Cats gesehen haben. Sp\u00e4ter haben wir dann nach Gr\u00fcndung unserer Band selber Veranstaltungen gemacht, und unsere Helden wie Sandy Ford und Cavan nach Hohenlimburg geholt. Meine Mama Inge hat damals nicht nur uns, sondern auch Johnny &amp; The Roccos gemanagt. Die haben dann auch dauernd bei uns rumgehangen.<br \/>\nIch werde nie vergessen, dass ich mit Bob Fish, Charlie Gracie und Graham Fenton in meiner Bude Carrera-Bahn gespielt habe. Da wir als Band auch immer etwas breiter aufgestellt waren, haben wir mehrere Szenen gleichzeitig bespielt. Ob Teds, Biker, Cowboys, US-Car Fans oder \u201enormale Leute\u201c, Hauptsache die hatten alle Spa\u00df an unserer Musik. Deswegen hat auch unser letztes \u201eWild West Rockabilly Special\u201c ganz gut funktioniert, weil wir da wieder die unterschiedlichsten Leute motivieren konnten, in den Harz zu fahren. Rockabillys, Cowboys, Boogie-T\u00e4nzer und Normalos haben zusammen gefeiert.<br \/>\nDie Country-Szene hat \u00fcbrigens die gleichen Nachwuchsprobleme wie die Rock`n`Roll-Szene. Deshalb lasst uns einfach alle zusammen feiern, solange es noch geht.<\/p>\n<p><strong>Gibt es aus eurer Sicht regionale Unterschiede in der Szene, und wenn ja woher kommen sie?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Frank:<\/strong> Was hei\u00dft Unterschiede, ich hab die Erfahrung gemacht, dass alle gleich bekloppt sind in der Szene. Einmal damit angefangen kommst du da nicht mehr raus.<\/p>\n<p><strong>Ele:<\/strong> Da wir international unterwegs sind, ist es schwierig, die von Land zu Land doch sehr unterschiedlichen Entwicklungen in den ganzen Jahren zu beschreiben. Auf jeden Fall wird heute l\u00e4nder\u00fcbergreifend deutlich mehr getanzt, als in den 80er Jahren, als alle noch direkt vor der B\u00fchne standen. Auch gibt es durch den h\u00f6heren Altersschnitt und der damit verbundenen Reife des Publikums viel weniger Haue als damals, wo bei jedem zweiten Konzert irgendeine Klopperei war. Gut so!<\/p>\n<p><strong>Chris:<\/strong> Ich denke nicht, dass es gro\u00dfe Unterschiede gibt. Wie Frank schon sagt, alle sind gleich bekloppt und die Liebe zu der Musik verbindet. Klar gibt es hier und da Leute, mit denen man weniger und andere mit denen man mehr klar kommt, aber das ist ja normal. Und im Laufe der letzten 40 Jahren haben sich einige Freundschaften entwickelt und jedes Mal, wenn man sich mal wieder bei einem Konzert \u00fcber den Weg l\u00e4uft, ist die Freude gro\u00df.<\/p>\n<p><strong>Lemmy:<\/strong> Im Norden und Westen gibt es noch viele Rockabilly Clubs, manche schon seit Ende der 70er und dort wird auch noch viel Leder oder besonders im Westen auch Drapes getragen. Der Rest von Deutschland ist doch mehr in der Hand von der Authentik oder Tanzfraktion. Diese Entwicklung h\u00e4ngt vermutlich auch mit den regionalen Bands zusammen, da es sich damit mehr identifizieren l\u00e4sst. Aber Nachwuchsprobleme gibt es in ganz Europa und so wird die Szene \u00fcberall kleiner. Dadurch r\u00fccken aber die unterschiedlichen \u201eUnterszenen\u201c mehr zusammen und der Psycho steht neben dem Teddyboy und dem Authentiker, jedenfalls die wirklich wegen der Musik vor vielen Jahren hinzukamen.<\/p>\n<p><strong>Lemmy, wie w\u00fcrdest du die Szene in Norddeutschland beschreiben im Hinblick der 80er Jahre bis heute?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lemmy:<\/strong> Wie schon erw\u00e4hnt bin ich ja mehr aus dem Osten (West Berlin) und nicht aus dem Norden und hier war es in den 80ern komplett anders als im Rest von Deutschland. Berlin war schon seit Ende der 70er eine Ted Hochburg, den damals waren wir alle einfach nur Teds, Abk\u00fcrzung von Teddyboy. Das ist der Begriff, der englischen Halbstarken aus den 50ern welche den RnR auch in den 60ern am Leben erhielten und in den 70ern mit dem RnR Revival erst wieder nach Festland-Europa brachten. Diese ganzen \u201eneueren\u201c Untergruppierungen kamen ja erst ab Anfang der 80er so richtig auf: Jiver, Halbstarke, Rock\u2019n\u2019Roller, Hepcats, Authentics, Rockabilly\u2019s, Neo-Rockabilly\u2019s und sp\u00e4ter Psychobillys. M\u00f6chtegerns und Weekendteds wurden als Plastiks bezeichnet, damals hatten diese keine lange Existenz, wenn sie auf die Szene trafen, und viele Klamotten wechselten die Besitzer. Damals hatten auch einige \u201eAlt\u201c Teds und Teddygirls Troph\u00e4en in Form von Locken oder Pferdeschw\u00e4nzen zu Hause!<br \/>\nAuch Normalos und Popper trugen gerne mal \u201eunsere\u201c Klamotten und so wechselten viele Harrington, Baseball oder Tiger\/Leo Jacken sowie Piker, Creepers und 50er Jahre Pumps unfreiwillig die Besitzer. Mein allererstes Paar Creepers (graues Wildleder) bekam ich direkt im Bhf. Zoo mit 15\/16 Jahren \u201egeschenkt\u201c. Hatte echt Gl\u00fcck, das ich damals schon Gr\u00f6\u00dfe 45 hatte und die keinen anderen gepasst hatten und wei\u00df bis heute nicht, warum der Popper seine neuen Schuhe nicht mehr mochte. \ud83d\ude09<br \/>\nDamals sind wir K\u00fcken schon teilweise mit 13\/14 Jahren schon mit den Gro\u00dfen tags\u00fcber rumgezogen, aber abends in den Live-L\u00e4den oder RnR Diskos mussten alle unter 16 Jahre nach Hause oder vor der T\u00fcr warten. In den Berliner Tag &amp; Nacht Kneipen hingegen wurde dagegen nicht so darauf geachtet, das kam erst vermehrt so Mitte der 80er. Jeder West-Berliner Bezirk hatte mindestens einen Club und teilweise beharkten die sich untereinander und teilten sich Kneipen, Diskos etc etwas untereinander auf. Ich versuche mal, aufzulisten, welche Clubs es bis zur Mauer\u00f6ffnung hier gab. Es gab auch immer wieder kleinere Clubs, die es kurzfristig gab, aber dann ganz schnell von gr\u00f6\u00dferen wieder \u201egeschlossen\u201c wurden, deshalb wird diese Liste nicht vollst\u00e4ndig sein: Peter Teds, Skulls, Tennessee Rebels, Tiger Teds, Wanderers (wo gabs die nicht), Golden Boys, T-Birds, Jay Hawkers, Midnight Boys, Louisiana Reb\u2018s, Strugglers, Gene &amp; Eddie Teds, Cruisin Angels, SUN-Boys, Crazy Cats (einzigste M\u00e4dels Club), Alligators und mindestens zwei mehr auf deren Namen ich nicht mehr komme. \u00dcbrigens gibt es einen Roman von Wolf Uwek \u201eTeddyboy\u201c, welcher von den 80ern in W-Berlin handelt. Viele Geschichten sind mir pers\u00f6nlich bekannt, nur wurden die meisten Einzelnamen ge\u00e4ndert bzw. anderen Personen zugeordnet und z. B. Kalles Kneipe war Peters Kneipe und dementsprechend die Kalle Teds eigentlich die Peter Teds. In W-Berlin hatten wir uns Mitte der 80er auch mit Rockabillys rumgeboxt, das waren hier die Neo-Rockabillys und wir in Leder und Boots gekleideten einfach nur Teds. Als ich mit 17 Jahren dann das erste mal alleine nach Westdeutschland fuhr, war ich dann doch etwas verst\u00f6rt, dass ich pl\u00f6tzlich ein Rockabilly war und unsere pl\u00f6tzlich Neos \u2026. Aber Berlin war halt wie anfangs erw\u00e4hnt anders. Es gab zu Mauerzeiten bei uns im Jahr zwei gr\u00f6\u00dfere Konzerte mit 2-5 Bands, ansonsten Einzelauftritte insbesondere der englischen Revivalbands, aber auch die alten Amis stoppten bei ihren Europatouren regelm\u00e4\u00dfig hier. Dazu kamen nat\u00fcrlich die Auftritte der Berliner Bands, Diskos wie das Big Eden oder die Dachluke welche unter der Woche 3-4-st\u00fcndige RnR Runden machten und damals auch unter der Woche wegen eines DJ mal locker 150-200 Teds zusammen kamen. Jeder Club hatte auch seine Stammkneipe und diese waren st\u00e4ndig am Wochenende voll. Der bekannteste Laden war wohl Peters Kneipe, auch RnR Peter genannt. Da begann es schon Ende der 70er mit englischen Teds, die hier stationiert waren und dadurch sich dort auch vor oder nach ihren Auftritten u.a. Crazy Cavan, Sandy Ford, Freddie Fingers Lee und Screaming Lord Sutch die Klinke in die Hand gaben. Den Laden gab es bis Anfang der 90er, dann zog Peter an den Timmendorfer Strand und er\u00f6ffnete dort eine ganz normale Tourikneipe. Es war eine Tag und Nacht Kneipe die in den ganzen Jahren nicht einmal geschlossen hatte und immer ein Anlaufpunkt, nicht nur f\u00fcr die Berliner Szene war, es kamen Leute aus dem ganzen Bundesgebiet und auch aus den Nachbarl\u00e4ndern, teilweise eigens f\u00fcr ein normales Wochenende um hier mit uns zu feiern. Die Peter Teds (deshalb auch der Name) waren die Ersten, dessen Stammkneipe es wurde, Mitte der 80er waren es dann die Golden Boys und ab 87 bis zum Schluss war es das Domizil der Louisiana Reb\u2018s. Ich pers\u00f6nlich habe dort auch mal ne Weile hinter der Theke gestanden, auch am Abend des Mauerfalls und mein pers\u00f6nlicher Rekord als Gast war dort Donnerstag Abend rein und Montag fr\u00fch um 5 Uhr raus, zwischendurch nur Mal Samstagabend schnell zum Konzert mit Sid King und anderen. \ud83d\ude09 Wir waren jung, wollten RnR und soffen wie die L\u00f6cher! \ud83d\ude42<br \/>\nSo sah es damals in Berlin szenetechnisch aus, bei den Teds waren alle Modestile vertreten von der Jeans-, Baseball-, Harrington- und Lederjacke, etc. \u00fcber Drape bis hin zu Opas\/Vaters Anzug. Die M\u00e4dels hingegen waren wirklich 50ties mit engen Jeans, Pencil-R\u00f6cken, Steghosen oder Petticoats und nicht wie heute bis in die 30er\/40er zur\u00fcck oder modern mit Kirschen und Totenk\u00f6pfen etc..<\/p>\n<p><strong>Wie seht ihr die Zukunft unserer Subkultur hier in Deutschland und was m\u00fcsste sich \u00e4ndern?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Frank:<\/strong> Ich sage, in so etwa 20 Jahren wird kaum noch jemand diese Art von Musik h\u00f6ren. Die Jugend ist verseucht mit elektronischer Musik.<br \/>\nNur noch kurze Aufmerksamkeitsspanne geschuldet durch TicToc driss.<br \/>\nIch sehe das an meiner 13-j\u00e4hrigen Tochter. Fr\u00fcher war, Musik h\u00f6ren, Platten kaufen, durch ein Fanzine erfahren wo die Bands spielen immer sehr aufregend.<br \/>\nHeute Google fragen oder Alexa spiel das Lied XY fertig.<\/p>\n<p><strong>Ele:<\/strong> Um die Zukunft unserer Subkultur mit den ganzen liebenswert Bekloppten mache ich mir \u00e4hnliche Sorgen wie Frank. Wenn nicht ein Wunder geschieht, und ein (was wei\u00df ich) zweites Rock`n`Roll-Revival irgendwie vom Himmel f\u00e4llt und unsere Musik wieder in den Charts stattfindet (wie in den 80ern mit Matchbox, Shaky, Jets, Stray Cats, Cavan etc.) wird die ganze Sache einfach irgendwann in naher Zukunft komplett wegbr\u00f6ckeln. Aber wo soll so ein Revival denn herkommen? F\u00fcr uns tolle Erlebnis-Orte wie Plattenl\u00e4den, Oldtimer-Treffen und Rockabilly Partys mit Live-Band sind den meisten der heutigen jungen Generation nur noch sehr schwer zu vermitteln. Wir sind halt alte, wei\u00dfe M\u00e4nner. Aber streng genommen ist das spa\u00dfbefreite, digitale Leben ja deren Problem, nicht unser. Ich setz mich dann in meinen 67er Volvo mit dem Aufkleber \u201eElektrisch fahren wir nur auf der Kirmes\u201c und dreh entspannt l\u00e4chelnd meine Runden. Und am n\u00e4chsten Wochenende machen wir mit der LenneBrothers Band wieder Rock`n`Roll! Also alles gut so weit.<\/p>\n<p><strong>Chris:<\/strong> Ich teile leider eure Meinung. Es fehlt der Nachwuchs in der Szene, welcher sich wirklich f\u00fcr die Rock\u2019n\u2019Roll-Szene interessiert. Und die die da sind, sind teilweise \u00e4lter und bequemer geworden und die wenige Freizeit jongliert zwischen zu einem Bandauftritt zu gehen oder doch einfach einmal die Ruhe zu genie\u00dfen. Da nehme ich mich nicht aus. Aber auch die technische Entwicklung macht es alles schwieriger. Heutzutage wird viel nur noch gestreamt und die f\u00fcr die Bands wichtigen CD- und Platten Verk\u00e4ufe bleiben auf der Strecke. Kaufst du dir z.B. ein neues Auto, hast du kein CD-Spieler mit dabei, sondern nur noch Player \u00fcber USB oder Stream.<br \/>\nIn puncto Musiker bin ich sehr zuversichtlich, da sind mittlerweile einige junge Musiker unterwegs, die richtig Bock auf die Musik haben und auch sehr gut sind. Ich denke aber, in den n\u00e4chsten zwanzig Jahren wird das Publikum einfach wegbrechen und die Musiker aus der Rock\u2019n\u2019Roll-Szene die dann noch da sind, m\u00fcssen ein Wandel durchmachen und sich auf das Publikum au\u00dferhalb der Szene konzentrieren. Und das wird nicht einfach werden.<\/p>\n<p><strong>Lemmy:<\/strong> Durch das Internet kann jeder alles haben, sehen oder machen, das gilt auch f\u00fcr den Musikbereich, damit begann das Ende aller Subkulturen. Damals fand nur wer sich wirklich mit einer Musik besch\u00e4ftigte den Anschluss in eine Szene und nur wenn dieser zeigte das er sich wirklich daf\u00fcr interessiert oder es lebte, hatte er M\u00f6glichkeit von dieser akzeptiert zu werden. Heute ist aber \u00fcberall und alles multikulturell, was ja in vielen Bereichen von Vorteil ist, aber die eigentlichen Szenen bzw. Subkulturen hat das get\u00f6tet. Leider werden es auch immer mehr Poser und Freizeit\/Wochenend-Rock\u2018n\u2018Roller, was diesbez\u00fcglich auch nicht f\u00f6rderlich ist.<\/p>\n<p><strong>Ele, dein Gedanke war ja auch mit den Lennebrothers gegen\u00fcber der Zeit mit den Lennerockers ein wenig k\u00fcrzer zu treten und mehr Zeit f\u00fcr das Privatleben zu haben. Hast du das geschafft, oder entwickelt es sich wieder von einem Auftritt zum n\u00e4chsten zu eilen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ele:<\/strong> Wir haben die j\u00e4hrliche Auftrittsmenge von ca. 90 Gigs zu Lennerockers-Zeiten auf jetzt ca. 50 Konzerte im Jahr heruntergefahren. Das ist die \u201ealtersgerechte\u201c Dosis f\u00fcr die LenneBrothers Band. So kommen wir alle 4 mit Job, Familie und Rock`n`Roll gut \u00fcber das Jahr.<\/p>\n<p><strong>Wie seht ihr den Bereich Festivals, Szeneveranstalter und die Resonanz des Publikums?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lemmy:<\/strong> Die eigentlichen Szenen\/Subkulturen werden ja schon die letzten 15\/20 Jahren immer kleiner, das betrifft ja alle nicht nur beim Rockabilly\/RnrR. Es kommt einfach kein wirklicher Nachwuchs nach, fr\u00fcher waren immer ganze Truppen von 15-16-j\u00e4hrigen unterwegs und heute freue ich mich, wenn mal jemand einzelnes mit 20-25 Jahren auftaucht. Die ganzen Einzelveranstalter aus den 80ern sind doch mehr oder weniger auf der Strecke geblieben und die haben damals etwas mit 3 oder noch mehr Bands organisiert. Mitch Witte\/Lehrte, Tanya Zurdo\/Hamburg, Hartmut Bergen\/Bielefeld, Herbie\/L\u00fcbeck um nur einige zu nennen. Die Szene hat sich doch schon seit ner Weile ge\u00f6ffnet, denn diese ganzen Wochenendposer die supergestylt auf irgendwelchen Veranstaltungen auftauchen sind ja nicht wirklich Szene. Sehr viele \u201everkleiden\u201c sich ja nur am Wochenende. 1 oder 2 Bands werden oft noch von Rockabilly Clubs organisiert, aber einzelne Szeneveranstalter gibt es ja kaum noch. Walldorf zu Pfingsten, Stuttgart\/Silvester, sowie im Dezember\/Pullman City im Harz sind die letzten alten Veranstaltungen, die noch einige hundert Leute ziehen. Selbst das Rockabilly Earthquake\/Bremen fand 2023 nach 20 Jahren zum letzten Male statt. Das Brandenburger Rock\u2019n\u2019Roll &amp; Rockabilly Meeting findet 2024 zum 30. Male statt und ist damit der \u00e4lteste Rockabilly Weekender in Deutschland, aber auch nicht mehr in der Gr\u00f6\u00dfe wie vor 20 Jahren. Dort ist oldschoolm\u00e4\u00dfig die Parkplatz-\/Campgroundparty genau so wichtig wie das B\u00fchnenprogramm! Seit ein paar Jahren gibt es auch ein paar gr\u00f6\u00dfere Veranstaltungen, davon ist wohl das Firebirds Festival das gr\u00f6\u00dfte, aber da merkt man ganz besonders, wie sich die Szene ge\u00f6ffnet hat, der gr\u00f6\u00dfte Teil der G\u00e4ste sind \u201eNormalos\u201c. Aber ohne diese w\u00e4ren die ganzen namenhaften Bands und DJs gar nicht mehr finanzierbar. Es fehlt einfach der Nachwuchs und das die immer kleiner werdenden Untergruppierungen immer noch nicht \u00fcber ihren Schatten springen. Die einen gehen nicht hin, wo ne Teddyboyband spielt, die n\u00e4chsten k\u00f6nnen nichts mit Westernswing anfangen und der n\u00e4chste mag keinen Doo Wop oder Neorockabilly! Ich pers\u00f6nlicher war auch mal sehr viel engstirniger, aber wenn man nicht irgendwann mit immer denselben Leuten abh\u00e4ngen will, muss man diesen Wandel akzeptieren und mitmachen. Ich bekomme allerdings auch immer noch \u201eAugenkrebs\u201c, wenn der Petticoat unter den Rock hervorschaut oder der Unterrock bzw. T\u00fcll schon von vornherein an den Rock oder an das Kleid angen\u00e4ht wurde. Und diese ganzen M\u00f6chtegerninternetfuzzis die einem erkl\u00e4ren wollen, was ein Rockabilly bzw. Rock\u2019n\u2019Roller ist oder wie diese sich zu kleiden haben \u2026. Ich habe, glaube ich noch nie beabsichtigt meine Jeans umgekrempelt, da ich mir einfach Hosen in meiner Gr\u00f6\u00dfe kaufe, auch habe ich bis auf eine kurze Testphase nie Pomade benutzt. H\u00e4tte ich noch volles Haar, w\u00fcrde ich mir mit Haarspray\/-Lack heute noch ne sch\u00f6ne Teddyboytolle machen. Und wenn man sich bei so manchen Internetseiten\/-Gruppen mal die Profile von den Admins anschaut und da steht dann was von Broilers oder Vollbeat, dann versteh ich die Welt nicht mehr. Es soll doch jeder h\u00f6ren, was er will, aber sich nicht als Rockabilly etc bezeichnen. Und f\u00fcr alle, die es immer noch nicht wissen: Das SUN Studio ist kein Solarium!!!!!<br \/>\nIch fahre\/fliege inzwischen lieber zu kleinen Partys\/Konzerten von Bands, Clubs etc als zu den meisten gr\u00f6\u00dferen Veranstaltungen und freue mich, dort Gleichgesinnte zu treffen.<\/p>\n<p><strong>Ele:<\/strong> Die Situation f\u00fcr Veranstalter der verschiedenen Szenen (Rock`n`Roll \/ Country \/ Blues) ist in den letzten Jahren deutlich schwieriger geworden. Es betrifft da alle \u00e4hnlich. Die Bude ist einfach nicht mehr so voll. Pullman City Harz, Pullman City Eging, oder auch der Yukon Saloon in Dinslaken haben sich \u00fcber die Jahre etwas breiter aufgestellt und lassen nicht nur Country Bands, sondern auch Rock`n`Roll Bands an speziellen Wochenenden spielen. Wenn man die Grenzen zwischen den einzelnen Genres ein bisschen aufweicht, kann man \u00fcber die Runden kommen.<\/p>\n<p><strong>Frank:<\/strong> Festivals sind immer gut und sch\u00f6n. Auf Einzelkonzerte geht halt kaum noch jemand, finde ich. Das ist sehr schade. Um Leute und Freunde zu treffen, sind halt Festivals besser. Und die Resonanz des Publikums f\u00fcr die Bands ist auch besser, finde ich. Geschuldet durch nat\u00fcrlich mehr Leute.<\/p>\n<p><strong>Chris:<\/strong> Ich denke die kleinen Veranstalter werden zuk\u00fcnftig nur eine Chance haben, wenn sie sich dem \u201enormalen\u201c Publikum auch \u00f6ffnen, bzw. ihr Publikum mischen. Rock\u2019n\u2019Roller zusammen mit Bikern und den ganzen US-Car- und Oldtimerfans. Und selbst da wird es f\u00fcr einige Standorte schwierig, da es ja ein sehr gro\u00dfes Angebot an Veranstaltungen gibt oder die Veranstalter mit ihrem Angebot so weit vom Schuss sind, dass da eh nur ein sehr kleines Einzugsgebiet vom m\u00f6glichen Publikum vorhanden ist. Bei den Festivals denke ich, es wird sich in den n\u00e4chsten Jahren herauskristalieren, wer die richtige Balance von Ausgaben und Einnahmen findet und so sein Festival halten kann. Ich denke auch wie Lemmy, dass hier die Festivals die sich sehr f\u00fcr normales Publikum und den ganzen \u201eWochenend-Rock&#8217;n&#8217;Roller\u201c ge\u00f6ffnet haben, die Nase vorne haben werden. Ansonsten, Lemmy dein Spruch, \u201eDas SUN Studio ist kein Solarium!!!!!\u201c, finde ich genial! Ja, da hast du recht, es ist doch schon sehr schade, da freut man sich, auf neue Gesichter und wenn man dann versucht hat sich f\u00fcnf Minuten \u00fcber Musik zu unterhalten und merkt, er hat absolut keine Ahnung und f\u00fcr ihn sind Shaky und Elvis die beiden gro\u00dfen Musiker des Rock\u2019n\u2019Roll und er kennt kaum einen anderen Musiker und schw\u00e4rmt daf\u00fcr mehr \u00fcber seinen Oldtimer, den er sich frisch gekauft hat und dabei da im perfekten Rumble59-Outfit steht, welches er sich extra f\u00fcr diesen Abend zugelegt hat &#8230; da endet sehr schnell das Gespr\u00e4ch. Leider, vielleicht sollte ich da auch offener zu den Leuten sein, denn ohne die gibt es bald gar keine Konzerte mehr.<\/p>\n<p><strong>Rein aus der Sicht als Musiker, w\u00e4re der zuk\u00fcnftige Weg sich mehr f\u00fcr das normale Publikum zu \u00f6ffnen und durch ein damit resultierendes gemischtes Publikum als Band f\u00fcr sich mehr zu erreichen? Beispiel w\u00e4re aktuell \u00bbAron King and his Ferriday Rockers\u00ab, die das mit ihrer Musik sehr erfolgreich machen. Welche Alternativen f\u00fcr Bands seht ihr? Auch einmal auf T\u00fcr spielen, niedrigere Grundbezahlung plus Anteil an Einnahmen usw.?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ele:<\/strong> F\u00fcr Bands, die auch einen Teil ihres Lebensunterhalts mit Rock`n`Roll bestreiten wollen, ist auf \u201eT\u00fcr spielen\u201c eigentlich nur heimatnah m\u00f6glich, weil da die Fahrt- und \u00dcbernachtungskosten entfallen. Da ist das Risiko nicht so gro\u00df, mit der Nummer baden zu gehen. Wenn man Sponsoren f\u00fcr Auftritte gewinnen kann, sch\u00f6n, aber das d\u00fcrfte leider nur selten gelingen. Ob man sich als Band dem normalen Publikum \u00f6ffnen m\u00f6chte, oder nur innerhalb der Szene spielen will, kommt auf die eigenen Ziele an und muss jeder f\u00fcr sich selbst entscheiden.<\/p>\n<p><strong>Frank:<\/strong> Ich habe mit Heavy Teddys ja schon immer auch auf Stra\u00dfenfesten und der gleichen gespielt wir waren nie eine reine Szene Band. Wenn man viel covert, geht das nat\u00fcrlich.<br \/>\nAuf Eintritt lohnt sich, in den meisten F\u00e4llen nicht mehr zu spielen, da springt nix bei rum. Wenn dann macht man es, weil man Spa\u00df an der Musik hat. F\u00fcr mich ist es ja auch quasi ein Hobby. Wenn man damit aber seinen Lebensunterhalt bestreiten muss, ist das nat\u00fcrlich schlecht.<\/p>\n<p><strong>Wie steht ihr zu Aussagen, welche in der Tat mal zu einem Interview kam, welches ich mit einer Band machte: \u201eDie Band ist ja jetzt kommerziell erfolgreich und verdient Geld mit ihrer Musik, also sind sie f\u00fcr mich raus aus der Szene!\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lemmy:<\/strong> Kommerz oder nicht Kommerz, das ist ein schwieriges Thema. Wo f\u00e4ngt Kommerz an??? Sobald man Eintritt nimmt, ist eigentlich alles Kommerz, auch wenn man nur kostendeckend arbeiten will. Ich glaube das einige Bands mehr au\u00dferhalb der eigentlichen Szene Auftritte haben, wie zum Beispiel Boppin\u2018 B. Oder Lenne Rockers\/Bros, diese kommen aber aus dem Urschleim unserer Szene und ich g\u00f6nne ihnen das sie mit ihrer Musik Geld verdienen. Die Firebirds sind auch erfolgreich au\u00dferhalb der Szene sowie mit ihrem Festival, haben dort auch namhafte Bands und DJs, aber das ist eine Kommerzveranstaltung. Diese Baseballs sind vermutlich die in den Medien bekannteste \u201eRnR Band\u201c und verdienen damit ihr Geld, aber sind f\u00fcr mich keine wirklichen RnRer. Ich g\u00f6nne jeder Band oder jedem S\u00e4nger Erfolg mit seiner Musik, denn jeder muss von irgendetwas leben und wenn dieser \u201eJob\u201c einem Spa\u00df macht, umso besser. Ich sage mal jede Veranstaltung die eine Einzelperson oder ein Club\/Band organisiert, wo nur Band(s), DJ und 1-2 szenetypischen H\u00e4ndler sind, ist Rock n Roll. Wenn aber ganze H\u00e4ndlermeilen, Workshops, Tanz oder sonstige Kurse angeboten werden, dann ist das Kommerz. Allerdings k\u00f6nnten einige Gro\u00dfveranstaltungen sonst ohne die dort anwesenden \u201eNormalit\u00e4t-G\u00e4sten\u201c auch heute nicht mehr existieren, da die Szene inzwischen zu klein und zu alt und bequem geworden ist. Inzwischen gehe ich auch mal auf ne Kommerzveranstaltung, aber bin lieber auf kleineren privaten, auch im Ausland. Dort sind die Leute noch wirklich wegen der Musik und beim Kaltgetr\u00e4nk etwas d\u00e4mlich quatschen. Auf den ganzen Gro\u00dfveranstaltungen werden es Jahr immer mehr Poser und Weekendteds. In Spanien etc auf den Festivals sich z.B. 2-3 x am Tag umzuziehen hat nichts mit RnR zu tun. Das ist meine pers\u00f6nliche Meinung.<\/p>\n<p><strong>Ele:<\/strong> Eine Aussage wie \u201ekommerziell erfolgreich hei\u00dft raus aus der Szene\u201c halte ich f\u00fcr Bl\u00f6dsinn. Was hei\u00dft denn eigentlich kommerziell erfolgreich? Welche Band ist denn eigentlich richtig Rock`n`Roll? Die, die sich 40 Jahre lang bei 3000 Gigs den Arsch abgespielt hat, oder die, die alle zwei Monate bei einem Szene-Konzert Party macht? Ich finde, wir sollten Platz haben f\u00fcr alle, die Rock`n`Roll im Herzen tragen und die wissen, dass das SUN-Studio kein Solarium ist. (Geiler Spruch, Lemmy!)<\/p>\n<p><strong>Frank:<\/strong> Das ist f\u00fcr mich Bl\u00f6dsinn.<br \/>\nIst doch gut, wenn man Erfolg hat und damit ein paar Euro verdienen kann. Und es steht hinter dem Erfolg ja auch immer harte Arbeit, um diesen Erfolg auch zu kriegen.<\/p>\n<p><strong>Chris:<\/strong> Als ich diese Aussage damals nach einem Interview von jemanden bekam, war ich im ersten Moment sprachlos gewesen. Ich war damals bei Rhythm Bomb Records als Promotenmanager besch\u00e4ftigt gewesen und hatte direkt viel mit Musikern zu tun gehabt. Also auch das gesehen, was hinter der B\u00fchne ablief. Wie viel Arbeit die Musiker in ihre Songs gelegt haben, das ganze Umherreisen, schlechte Schlafpl\u00e4tze, teilweise knappe Bezahlung. Man muss ja bei der Gage einiges abziehen, die Fahrkosten, teilweise leider sogar die Verpflegung, die vielen \u00dcbungsstunden im \u00dcbungsraum, welcher ja auch bezahlt sein will. Die Kosten f\u00fcr das Equipment, was auch durch die Gegend gefahren wird. Nach den ganzen Abz\u00fcgen teilt man sich den Rest durch drei \/ vier Musiker und dann wei\u00df man wie wenig von einem Gig \u00fcbrig bleibt. Ganz abgesehen von Abgaben an Finanzamt und K\u00fcnstlersozialkasse, wenn du als Musiker von deinen Auftritten lebst. Und wenn es dann eine von vielleicht 1000 Bands es schafft, davon zu leben \u2013 dann hat sie aus meiner Sicht alles richtig gemacht. Und das ist nicht nur in unserer Subkultur so, wo es um einiges schwieriger als Musiker ist, um \u00fcber die Runden zu kommen, sondern in jeder Musikrichtung so. Es gibt unz\u00e4hlige Musiker in unserem Bereich, die spielen in vier, f\u00fcnf Bands gleichzeitig, um davon leben zu k\u00f6nnen. Klar ist das ein Weg, den sie sich ausgesucht haben, aber es ist ihr Traum und ihr Leben und sie nehmen daf\u00fcr auch einiges an Entbehrungen in kauf.<\/p>\n<p><strong>Thema \u201eSzenepolizei\u201c, f\u00fcr mich gedanklich einfach in gewissen Schubladen sehr festgesetzt, aber immer wieder stolpert man \u00fcber Leute die ihre ganz festen, teilweise mit Scheuklappen besetzten Meinungen haben. Wie steht ihr dem Thema gegen\u00fcber?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ele:<\/strong> Die Szenepolizei, sollte es so was geben, st\u00f6rt mich nicht. Verschiedene Meinungen kann man ruhig haben und Recht machen kann man es sowieso nicht allen.<\/p>\n<p><strong>Frank:<\/strong> Die gehen mir am Arsch vorbei. Ich mach mein Ding, wie mir es passt. Ich h\u00f6re auch Mittelaltermusik, Heavy Metal, Schlager und als K\u00f6lner nat\u00fcrlich Karnevalsmusik. Jedem das seine halt wie er es mag.<\/p>\n<p><strong>Lemmy:<\/strong> Es gibt immer irgendwelche Besserwisser, Wichtigmacher und \u201eInternet-Billys\u201c die alles besser wissen, das ist mir heute aber egal. Fr\u00fcher haben sich die Szenen \u201eselbstgereinigt\u201c, heute w\u00e4ren gr\u00f6\u00dfere Veranstaltungen ohne \u201eAu\u00dfenstehende\u201c leider kaum noch m\u00f6glich. Ich bekomme zwar Augenkrebs, wenn ich Petticoats raush\u00e4ngende sehe oder der T\u00fcll an den R\u00f6cken\/Kleidern unten angen\u00e4ht ist, aber das muss man leider ertragen. Komm ich mit solchen Personen aus irgendeinem Grund in n\u00e4heren Kontakt, versuche ich dies aufzukl\u00e4ren. Und wenn ich mitbekomme, dass sich manche auf den gro\u00dfen Festivals mehrfach umziehen, frage ich mich, wann wurden aus eigentlichen RnR Konzerten Modeschauen!? Und was mich dabei noch mehr wundert, ist, dass auch wirklich alte Szeneg\u00e4nger dabei mit machen. Aber das muss jeder f\u00fcr sich selber entscheiden.<\/p>\n<p><strong>Chris:<\/strong> Fr\u00fcher habe ich mich \u00fcber die Leute ge\u00e4rgert, die mir vorschreiben wollten, wie ich mich als Rock\u2019n\u2019Roller zu kleiden oder welche Stilrichtung des Rock\u2019n\u2019Roll in Ordnung ist und welche nicht. Bis ich f\u00fcr mich selber herausfand, es gibt da zwei Sorten Menschen. Die einen sind nur halb so lang dabei, wenn \u00fcberhaupt, wie ich und deren Vorstellung von unserer Szene ist eindeutig eine andere, als ich die habe und die anderen sind in ihrer Einstellung so festgefahren, dass sie nicht einmal dar\u00fcber nachdenken \u00fcber den Tellerrand zu schauen. Beides Menschen dir mir nur meine Lebenszeit rauben und die ich f\u00fcr mich einfach ignoriere. F\u00fcr mich ist Rock\u2019n\u2019Roll kein vorgeschriebener Dresscode und keine Einbahnschublade in der Musik, es ist vielf\u00e4ltig und es ist ein Lebensgef\u00fchl und eine pers\u00f6nliche Einstellung zum Leben. Ich mache mein Ding und wem es nicht passt, der hat damit vielleicht ein Problem \u2013 aber es ist sein Problem, nicht meins!<\/p>\n<p><strong>An Ele und Frank, wir habt ihr euch seit eurer Anfangszeit musikalisch entwickelt und wie wichtig ist aus eurer Sicht die Balance zwischen Musiker und Zeit f\u00fcr Privatleben, um musikalisch kreativ bleiben zu k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ele:<\/strong> Um kreativ bleiben zu k\u00f6nnen, muss die Balance zwischen Musik machen und Privatleben schon irgendwie ausgeglichen sein, aber auch das muss jeder f\u00fcr sich und seine Situation individuell entscheiden. Mit der musikalischen Entwicklung ist das so eine Sache. Bratkartoffeln fand ich vor 40 Jahren genauso lecker wie heute. Die haben sich auch nicht wirklich weiterentwickelt, oder?<br \/>\nIch liebe Rock`n`Roll und traditionelle Country Music. Das ist so und das bleibt so. Wir haben bei unserem ersten Konzert im Februar 1984 \u201eWhole lotta shakin`goin`on\u201c gespielt und werden das bei unserem 40-j\u00e4hrigen B\u00fchnenjubil\u00e4um am 17. Februar 2024 im Werkhof-Kulturzentrum in Hagen-Hohenlimburg wieder tun. Klar ist man \u00fcber die Jahre verschiedenen Einfl\u00fcssen ausgesetzt, aber im Kern bleibt alles beim Alten.<\/p>\n<p><strong>Frank:<\/strong> Ja ich hab ja fr\u00fcher schon in Ch\u00f6ren gesungen sogar in der Kirche. Ich h\u00f6re halt auch viele Musikfacetten. Mit den Lunatics bin ich halt auch in die Pschobillywelt eingetaucht. Mein Problem ist, bis heute das ich kein Englisch kann ;-). Ich finde aber auch, dass man mit der deutschen Sprache sehr viel machen kann. Nat\u00fcrlich ist dann nix mit international. Man entwickelt sich ja automatisch weiter mit der Zeit und probiert sich aus.<br \/>\nIm Moment habe ich allerdings eine kreative Pause, muss ich zugeben, was bei mir aber gesundheitsbedingt geschuldet war.<br \/>\nIch kann mir auch nicht mehr vorstellen, jedes Wochenende auf Tour zu sein. Ich bewundere Grischa und Mark, wie sie es schaffen, sich immer wieder aufzuraffen und loszufahren. Wer es nicht kennt, wei\u00df nicht wie anstrengend so etwas ist immer unterwegs zu sein.<br \/>\nBei mir ginge das ja schon beruflich nicht. Und nat\u00fcrlich brauch man auch ein Umfeld was das ganze mit macht Familie und Freunde zb. Ohne sie w\u00fcrde es gar nicht funktionieren.<\/p>\n<p><strong>Hat die Coronazeit nachhaltig etwas in der Szene ver\u00e4ndert? Ich denke dabei z.B. an niedrigere bis keine Vorverk\u00e4ufe, Leute gehen weniger weg, usw.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ele:<\/strong> Die Corona-Zeit hat \u00fcberall voll reingehauen, und es hat erstaunlich lange gedauert, um wieder Vor-Corona-Niveau zu erreichen. Das Beispiel \u201eWild West Rockabilly Special\u201c: 2020 ausgefallen wegen Lockdown, 2021 (2G) mit vielen angepissten Leuten ohne Impfung, die pl\u00f6tzlich nicht mehr kommen durften, 2022 wieder ohne Einschr\u00e4nkungen, aber es fehlten noch locker 100 Leute pro Abend, 2023 endlich wieder alles normal wie 2019.<\/p>\n<p><strong>Frank:<\/strong> Ja Corona hat meiner Meinung nach viel ver\u00e4ndert. Man sieht es als kleine Band z.b. an den Besucherzahlen. Die Leute sind vorsichtiger geworden und haben nach wie vor Angst sich anzustecken.<\/p>\n<p><strong>Lemmy:<\/strong> Definitiv hat diese Zwangssperre vielen die Gem\u00fctlichkeit der heimischen Couch n\u00e4her gebracht, denn unsere Szene \u00e4hnelt inzwischen ja mehr dem Klassentreffen von Fr\u00fchrentner als einer subkulturellen Jugendkultur. Der fehlende Nachwuchs macht sich immer mehr bemerkbar.<\/p>\n<p><strong>Chris:<\/strong> Ich denke, die Coronazeit hat einiges ge\u00e4ndert. Mittlerweile entscheiden die Leute noch spontaner, als fr\u00fcher zu welchen Auftritt sie gehen und wo nicht. Das schl\u00e4gt sich auf die Vorverkaufszahlen nieder, welche viele Veranstalter ben\u00f6tigen, um nicht finanziell \u00fcber den Jordan zu gehen. Entsprechend werden mehr Konzerte als fr\u00fcher wegen mangelnder Vorverkaufszahlen abgesagt. Was schlecht sowohl f\u00fcr die Musiker wie nat\u00fcrlich auch f\u00fcr den Veranstalter ist. Auch mussten viele Kneipen usw., wo Bands aufgetreten waren, in den Coronazeiten schlie\u00dfen und kamen nie wieder auf die Beine. Aber ich finde eine ganz andere Entwicklung viel besorgniserregender. Durch die fehlenden Auftritte der Bands gingen auch deren Verk\u00e4ufe an CD\u2019s und Merchandise zur\u00fcck, was eigentlich wichtig f\u00fcr die Bands ist. Daf\u00fcr steigen kontinuierlich die Streamings! Und das finde ich schon echt heftig. Ein Musiker hat mal vorgerechnet: Es m\u00fcssten 500 Streamings der kompletten CD erfolgen, um auf den gleichen Wert wie eine real verkaufte CD zu kommen. Und jetzt kommt dazu noch die neue Regel von Spotify und Partnern:<br \/>\n<em>\u201eWie das schwedische Unternehmen Spotify in einem Blogbeitrag mitteilte, m\u00fcssen ab \u201eAnfang 2024\u201c Songs mindestens 1000 Mal in 12 Monaten gestreamt werden, um Auszahlungen zu generieren.\u201c<\/em><br \/>\nAlso Leute kauft CD\u2019s bei den Bands und Plattenlabels, die ihr m\u00f6gt, kauft deren Merchandise und unterst\u00fctzt die Bands, indem ihr zu ihren Auftritten geht, auch wenn die Band vielleicht nicht 100% in eurer musikalischen Wohlf\u00fchlzone liegt. Und es sind nicht nur die Musiker, die euch brauchen, sondern auch die Plattenlabel. Denn bei denen geht langsam auch die rote Lampe an und einige steuern leider auf ihr finanzielles Ende zu.<\/p>\n<p><strong>Was w\u00e4ren eure zuk\u00fcnftigen W\u00fcnsche an die Szene?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ele:<\/strong> Meine zuk\u00fcnftigen W\u00fcnsche an die Szene(n)? Hey ihr Cowboys, Rockabillys, Biker, Teds, Classic Car Freaks, Boogie T\u00e4nzer &#8230; tut euch zusammen und feiert, das es kracht, solange es noch geht!<\/p>\n<p><strong>Frank:<\/strong> Ich w\u00fcrde mir mehr Nachwuchs w\u00fcnschen. Leute traut euch einfach mal in diese Szene rein zu schnuppern. Ich habe die geilsten und interessantesten, coolsten Leute kennengelernt, die es gibt. Freundschaften f\u00fcr das Leben gefunden. Und dann diese Musik, wenn der Bass klackert.<br \/>\nUnd nehmt nicht immer alles so ernst habt spa\u00df und tanzt. Besucht wieder Konzerte auch w\u00e4hrend der Woche, die Bands werden es euch danken.<br \/>\nUnd nehmt die neuen Leute auf und reitet nicht darauf rum, wie lange ihr schon dabei seid, sondern versucht, Leute daf\u00fcr zu begeistern f\u00fcr die beste Art von Musik und Lifestyle.<\/p>\n<p><strong>Lemmy:<\/strong> Unsere Musik wird es vermutlich immer geben, aber ob dies in 20 Jahren noch auf reinen RnR Veranstaltungen oder bei Oldietreffen etc wei\u00df wohl keiner. Ich vermute die Veranstaltungen werden weniger und dadurch konzentrierter, aber ich werde bis zum Ende noch Partys und Konzerte haben.<\/p>\n<p><strong>Chris:<\/strong> Ich schlie\u00dfe mich den W\u00fcnschen von Ele an, tut euch alle zusammen und geht zu den Auftritten der Bands, haucht der Szene neues Leben ein, damit wir alle zusammen noch ein paar Jahre Rock\u2019n\u2019Roll vom Feinsten erleben k\u00f6nnen. Geht raus aus eurer Wohlf\u00fchlzone und gebt auch Bands einer anderen von euch bevorzugten Rock\u2019n\u2019Roll-Stilrichtung eine Chance und unterst\u00fctzt die Bands mit CD- und Merchandisek\u00e4ufen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir vier haben uns auf ein virtuelles Bierchen getroffen und unsere Gedanken aus der Sicht von Musiker, Veranstalter und Konsument zu verschiedenen Themen miteinander geteilt. So geht es um die eigene Anfangszeit in der Szene, die Szene damals und heute, die Musik, die Zukunft unserer Subkultur und einiges mehr. Viel Spa\u00df dabei!<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":10927,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"episode_type":"","audio_file":"","cover_image":"","cover_image_id":"","duration":"","filesize":"","date_recorded":"","explicit":"","block":"","filesize_raw":"","footnotes":""},"categories":[7,16,3,8],"tags":[429,369,34],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10921"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10921"}],"version-history":[{"count":6,"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10921\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10928,"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10921\/revisions\/10928"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10927"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10921"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10921"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.rockin-and-rollin.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10921"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}